Entführungsop­fer Hund

Foto: Kathrin P.

Dognapping: Wenn der vierbeinige Liebling entwendet wird, bricht für die Besitzer oft die Welt zusammen. Tipps für den Ernstfall.

Ich habe Ihren Hund!" Für Gertraud L. begann der Albtraum, als sie im Sommer letzten Jahres von Dognappern erpresst wurde. Ihr Cavalier-King-Charles-Spaniel Basra wurde ihr zuvor von der Straße weg gestohlen. "Eine Frau und ein Mann haben den Hund aufgehoben und sind mit ihm davongelaufen. Mein Bekannter wollte sie verfolgen, kam aber nicht nach", schildert die Pensionistin. Drei Tage später meldete sich ein Unbekannter und forderte 1500 Euro Lösegeld für den Rüden. Die verzweifelte Besitzerin wandte sich schließlich an eine Zeitung, die über den Fall berichtete. Nach einem Monat intensiver Suche ging der entscheidende Hinweis schließlich ein. Basra wurde in der Gegend von Monte Laa gefunden.

Im Schnitt geht bei der Wiener Polizei alle zwei Wochen eine Anzeige wegen Hundediebstahls ein. Etwa noch einmal so viele Fälle werden nicht polizeilich angezeigt. Laut Auskunft der Behörden wurden 2010 28 Hundediebstähle gemeldet, die Hälfte davon konnte geklärt werden. Vor allem die Motive und auch der Verbleib der Tiere bleiben oftmals im Dunkeln. "Seitens der Polizei wird die Chipnummer des Hundes in eine Datenbank aufgenommen", sagt Pressesprecherin Regina Steyrer. Verschiedene Stellen (siehe Tipp) können darauf zugreifen, falls der Hund auftaucht.

Patchouli wieder daheim

Foto: Kathrin P.

Gelohnt hat sich eine Anzeige bei der Polizei für Romina L.: Donnerstag vor einer Woche war sie gegen zehn Uhr Vormittag gemeinsam mit ihrer Staffordshire-Bullterrier- Hündin Patchouli einkaufen und leinte sie vor einer Eurospar-Filiale in der Zentagasse an. Nach dem Einkauf ging sie, wie gewohnt, zu dem Pfosten, aber Patchouli war nicht mehr dort. "Ich bin dann vollbepackt nach Hause gerannt. Mein Freund ist gleich aufgesprungen und durch alle Gassen gelaufen. Währenddessen habe ich bei der Polizei Anzeige erstattet."
Das junge Pärchen hat danach Flugblätter aufgehängt, um auf den Diebstahl aufmerksam zu machen. Am vergangenen Samstag dann die Erlösung: Patchouli wurde von einer unbekannten Frau bei der Polizei in Baden (NÖ) abgegeben. Diese gab an, ein Mädchen hätte ihr den Hund kurz zum Aufpassen übergeben, sei dann aber nicht mehr wiedergekommen. "Wir sind überglücklich und danken allen, die uns bei der Suche unterstützt haben."

Hunde haben in Wien zu vielen Geschäften und öffentlichen Gebäuden keinen Zutritt. Genau diese Situationen, in denen das Tier unbeaufsichtigt zurückbleiben muss, nützen Diebe aus. Tierschützer empfehlen, den Hund nicht zum Einkauf oder bei Behördengängen mitzunehmen. Doch auch dadurch kann man sich nicht restlos schützen.

Wer hat Brave?

Foto: Kathrin P.

Die anderthalbjährige Rehpinscher-Chihuahua-Mischlingsdame Brave wurde letzten Freitag aus dem Wohnhaus in Ottakring ihrer Besitzerin Kathrin P. gestohlen. Gegen halb fünf Uhr Morgen brachte die 23-Jährige ihre Hündin in den geschlossenen Innenhof. Eine halbe Stunde später war Brave verschwunden.

"Das Haustor bleibt immer abgesperrt und der Innenhof ist von einer hohen Mauer umgeben. Die Kleine kann unmöglich von selbst weggelaufen sein", sagt die verzweifelte junge Frau. Nur der Zeitungsbote hatte nach ihren Angaben Zutritt zu dem Haus gegenüber der HTL Ottakring. Die Polizei hat sich dort mittlerweile auch umgesehen, konnte aber nichts Verdächtiges feststellen.

Brave ist etwa zweieinhalb Kilogramm schwer und rehbraun gefärbt. Das Rehpinscher-Chihuahua-Mischlingsweibchen trägt einen Chip mit der Nummer "040100000010064".
"Meine Kleine ist wirklich ängstlich und scheu. Bitte bringt sie zu mir zurück", fleht Kathrin P. Die 23-jährige Hundebesitzerin bietet für diesen Fall 1000 Euro Finderlohn. Bisher gingen bei Braves Frauerl allerdings nur schlechte Scherzanrufe ein.

Hinweise zum Aufenthaltsort von Brave werden von der KURIER-Redaktion unter der eMail-Adresse hinweise[at]telekurier.at entgegengenommen und an Kathrin P. weitergeleitet.

Social Media - Im Internet gibt es unzählige Foren und Plattformen für Tierfreunde. Hier besteht immer die Möglichkeit eine Verlustanzeige aufzugeben. Andere Hundehalter können so beim Spazierengehen Augen und Ohren offen halten. Auch Facebook und Co. sind breitenwirksame Medien, die es vermögen viele Menschen zu mobilisieren. Hier die wichtigsten Adressen im Überblick:

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(kurier / Barbara Duras) Erstellt am
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