Was heute von Emmerlings "Grundsatzrede" zu erwarten ist
Seit mehr als einer Woche wirbeln die Stadtrechnungshofberichte zu den Wiener Privatkindergärten und der MA11 gehörig Staub auf. Die Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) ging in die Offensive – und kündigte für den heutigen Montag eine „Grundsatzrede“ an.
Ganz klar, das weckt Erwartungen. Nicht zuletzt, weil Emmerling für viele ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt ist. Sie übernahm die Rolle der Spitzenkandidatin quasi mitten im Wahlkampf von Vorgänger Christoph Wiederkehr, der in den Bund ging. Da blieb ihr im Eifer des Gefechts wenig Zeit, ihr inhaltliches Profil zu schärfen. Was aber plant Emmerling?
Schon mit dem Ort ihrer Rede setzt sie ein Zeichen. Denn die Vizebürgermeisterin lädt nicht ins Wiener Rathaus, sondern ins „Education Lab“ im 4. Bezirk. Die Einrichtung wurde von der Stadt Wien initiiert (und ist von ihr gefördert) und vom Impact Hub Vienna umgesetzt – laut Eigendefinition mit dem Ziel, „einen Ort schaffen, an dem Pädagogen, Bildungsinitiativen, Verwaltung und Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen – um bewährte Lösungen sichtbar zu machen, zu stärken und dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden: in Kindergärten und Schulen.“
Lange Einladungsliste
Dazu passt die Einladungsliste Emmerlings: Wie von den Neos zu erfahren war, sind unter den Gästen Pädagoginnen und Pädagogen, pädagogische Leitungen privater Träger, Sprachwissenschafter, Interessenvertreter und Experten aus den Bereichen Kindergarten, Inklusion, Mehrsprachigkeit und Vertreter der Pädagogischen Hochschule Wien.
Nicht „weiter wie bisher“
In Insiderkreisen wird erwartet, dass die Stadträtin einen mutigen Schritt nach vorne probt. Details wurden noch nicht verraten. Emmerling dürfte, wie der KURIER erfuhr, aber tatsächlich eine Art neues Gesamtkonzept bei der Hand haben: Sie wolle die Elementarpädagogik „neu denken“, ließ sie schon im Vorfeld wissen.
Eine der zu erwartenden Botschaften: Mit dem historisch gewachsenen System könne man „nicht weitermachen“; statt punktueller Änderungen brauche es eine umfassende Reform der Rahmenbedingungen, unter denen Wiens Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten.
Ob Minister Wiederkehr bei der Rede anwesend sein wird, ist nicht bekannt. Anhören wird er sie sich hoffentlich jedenfalls. Um 10.30 Uhr geht es los.
Die Wiener Opposition will jedenfalls nicht warten, was Emmerling zu sagen hat: Die Wiener ÖVP lädt bereits um 9 Uhr zur Pressekonferenz „Neos haben Wiener Bildungsressort nicht im Griff“; die Grünen bitte um 9.30 Uhr zum Thema „Kinder- und Jugendhilfe in der Krise“ zum Gespräch.
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