Eislaufen in Wien: Warum Experten vor der Donau warnen

Mehrere Menschen spielen Eishockey und laufen Schlittschuh auf der zugefrorenen Alten Donau
Die Stadt Wien warnt: "Eislaufen auf Naturgewässern ist lebensgefährlich.“ Experten raten, die Natureisflächen nicht zu betreten und erklären, was man im Notfall tun sollte.

Von Franziska Trautmann

Wenn Minusgrade länger anhalten und sich erste glitzernde Eisflächen bilden, zieht es Eislaufbegeisterte auf die Naturgewässer Wiens. Jedes Jahr locken Alte und Neue Donau sowie das Kaiserwasser Spaziergänger oder Eisläufer auf ihre Eisdecken. Auch dieses Jahr sind sie zurück. An vielen Stellen ist das Wasser aber nicht gefroren oder zu dünn, Schwäne und Enten planschen noch in den offenen Stellen

Trügerische Eisdecken in Wien

Die Stadt Wien warnt jetzt, dass grundsätzlich kein zugefrorenes Gewässer im Stadtgebiet für das Betreten freigegeben ist und schreibt auf ihren Infoportalen: „Eislaufen auf Naturgewässern ist lebensgefährlich.“ Der Grund: Die Eisdecke ist nicht überall gleich dick und somit nicht tragfähig

Denn sowohl durch die Neue als auch Alte Donau fließt wärmeres Wasser, weil beide Gewässer mit Grundwasser gespeist werden. Besonders deutlich zeigt sich das an den Uferbereichen. Wenn diese nicht zugefroren sind, müsse man auch an anderen Stellen der Gewässer mit dünnem Eis rechnen.

Auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) rät seit Jahren vom Betreten von Natureisflächen ab. Selbst tragfähig wirkendes Eis kann plötzlich nachgeben. Risse, Blasen oder Sprünge deuten auf Eisbewegung hin. Das KfV empfiehlt, Warntafeln zu beachten, Sperrzonen nicht zu betreten und in Rufweite anderer Eisläufer zu bleiben. 

Das richtige Verhalten, wenn jemand im Eis einbricht

Sollte es aber doch zu einem Notfall kommen und jemand im Eis einbrechen, sollten Zeugen sofort die Feuerwehr unter 122 alarmieren. Die Stadt rät davon ab, eine im Eis eingebrochene Person ohne Seilsicherung oder Sicherung einer weiteren Person zu retten. Falls man selbst einbricht, soll man versuchen, sich mit den Armen auf der Eisdecke zu halten. Genaue Verhaltensweisen hat die Stadt Wien unter diehelferwiens.wien.gv.at veröffentlicht. 

Um ein unfreiwilliges Eisbaden oder sogar Schlimmeres zu vermeiden, rät die Stadt Wien lieber Eislaufplätze und Eissportanlagen wie den Wiener Eistraum am Rathausplatz oder den Wiener Eislaufverein im 3. Bezirk zu nützen.

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