Chronik | Wien
10.12.2017

Eine Zwölfjährige geigt groß auf

Wienerin brachte bei TV-Show sogar Dieter Bohlen zum Staunen und kämpft im Finale um den Sieg.

Wenn man die Vita von Allegra Tinnefeld liest, denkt man an ein Wunderkind: Ein absolutes Gehör, Schulantritt mit vier Jahren, sie spielt Geige und Klavier, sie singt und kann bereits mehrere TV- und Film-Auftritte vorweisen.

Der Stern der Wiednerin ging am ersten Adventsamstag so richtig auf. In der TV-Show "Supertalent", in der die Schülerin auf der Geige ein Medley zum Besten gab und auch sang, brach Chefjuror Dieter Bohlen sogar die Regeln der Sendung und drückte den "Goldenen Buzzer" (direkter Einzug ins Finale, Anm.). Und das, obwohl bereits alle Fixtickets vergeben waren. "Ich war sehr nervös vor dem Auftritt", erzählt die Zwölfjährige. Als Bohlen auf den Buzzer drückte, fühlte die Wienerin nur "Leere": "Ich war regelrecht geschockt."

Die Musik wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Papa Joachim, der Berufsmusiker bei den Wiener Symphonikern ist, begleitete Allegra auf der Gitarre. Aufgezeichnet wurde der Auftritt bereits im Sommer. Bis zur Ausstrahlung musste die ganze Familie dicht halten, durfte nichts erzählen. "Ich habe mir den Auftritt dann mit einer Freundin angeschaut. In der Schule wissen es mittlerweile eh schon alle. Mein Religionslehrer hat gemeint, er kauft sich sogar Tickets fürs Finale."

Talent früh erkannt

Das Talent war bereits früh erkennbar. Mit drei Jahren bekam die Wienerin mit Geigenunterricht. "Zum Spielen habe ich eigentlich auf einer Art Kartongeige angefangen. Ich glaube, das hat mir damals schon Spaß gemacht, sonst hätte ich es ja nicht weitergemacht", beweist die Zwölfjährige Humor. Mama Natanya, die Volksschullehrerin ist, erkannte das Talent. "Sie war von Anfang an bei all ihren Sachen immer mit viel Energie dabei", schildert die Mutter.

Der Spagat zwischen der Schule und den vielen Auftritten stellt die Zwölfjährige – sie besucht bereits die vierte Klasse Unterstufe – vor keine Herausforderung. "Ich mag Schule total gerne. Deshalb ist das für mich nicht sehr schwer", sagt Allegra.

Zu ihrem Lieblingsfach zählt nicht der Musik- sondern Geschichtsunterricht und sie hört am liebsten Jazz oder Pop. Ihr Lieblingshobby? "Mit dem Hund spielen und mich mit Freunden treffen", erzählt sie.

Apropos Freunde: Nächstes Jahr wird die Wienerin auch in der berühmten Kinoadaption des Klassikers "Fünf Freunde" als George zu sehen sein. Die Casterin war auf Allegra im deutschen Spielfilm "Seit du da bist" aufmerksam geworden, wo sie an der Seite von Manuel Rubey und Robert Palfrader eine junge Geigerin spielt. Für die Zukunft kann sie sich eine Karriere auch als Schauspielerin vorstellen. "Oder sogar beides", sagt Allegra.

"Kaufe mir ein Haus"

Im " Supertalent"-Finale am kommenden Samstag in Köln wird Papa Joachim auch wieder mit auftreten, denn er ist für die Schülerin eine große Stütze. "Während den Auftritten ist es total wichtig, dass ich jemanden, den ich wirklich gut kenne, neben mir stehen habe. Aber kurz davor ist der Papa meist auch schon so nervös, dass er keine wirklich große Hilfe ist. Deshalb ist dann eher die Mama da", schmunzelt die Schülerin.Welchen Musiktitel sie im Finale spielen wird, verrät sie noch nicht. Was sie mit 100.000 Euro Preisgeld machen würde, wenn sie gewinnt? "Ich habe geplant, dass ich für ein großes Haus mit Pool, sechs Hunden, fünf Katzen, zwei Pferden, einem schwarzen Schaaf und Hühnern spare", erzählt sie. Eines ist klar: Um "Poptitan" Bohlen im Finale erneut zum Schmelzen zu bringen, hat sie noch einige andere Eisen im Feuer.