Architektinnen Maria Langthaller und Johanna Rainer mit Berthold Lehner vom Wohnfonds Wien

© KURIER/Jeff Mangione

Blocksanierung
11/26/2013

Hernals: Schönheitskur für ein heruntergekommenes Grätzel

Verlassene Häuser und bröckelnder Verputz – eine Sanierung soll das Gebiet nun aufwerten

von Anna-Maria Bauer

Leer stehende Geschäftslokale, Häuserfassaden von denen der Verputz bröckelt und kaum Leute auf der Straße. Das Grätzel rund um die Haslingergasse im 17. Bezirk hat eine Schönheitskur dringend notwendig.

„Der Bäcker ist weg, der Fleischhauer ist weg – alle sind weg“, klagt Anrainerin Gertraud Brunner. Im Laufe der Jahre hat sie immer mehr Lokale zusperren sehen. Auch Manuela Dallamassl vom Café Abseits ein paar Gassen weiter sieht einigen Handlungsbedarf: „Als wir das Lokal vor eineinhalb Jahren übernommen haben, haben wir die Fassade notdürftig ausgebessert. Aber eine richtige Sanierung wäre schon fein.“

Die Stadt Wien sieht ebenfalls Verbesserungspotenzial. Das soll nun im Zuge eine Blocksanierung ausgeschöpft werden. Ziel dabei ist es, Schlüssel-Liegenschaften im Gebiet zu erneuern. „Es geht um qualitative Verbesserung und Verdichtung“, erklärt Berthold Lehner vom Wohnfonds Wien.

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Nun geht es an die Umsetzung. Die kommenden zwei Jahre bekommen Liegenschaftseigentümer in diesem Grätzel besondere Unterstützung. Ein Team von vier Architektinnen (ARGE DI Valerie Aschauer/ DI Maria Langthaller/ DI Azita Goodarzi/ Mag. Johanna Rainer) steht zur Verfügung.

Finanzierung

Tischlerei-Besitzer Harald Menczik ist dennoch kritisch. „Renovieren ist ja schön und gut. Aber man muss den Spaß ja auch bezahlen.“ Hier möchte das Blocksanierungsteam einhaken. „Eine Sanierung ist zwar mit mehr Zeit und Geld verbunden – aber der Aufwand zahlt sich aus“, sagt Berthold Lehner. Etwa ein Drittel der Kosten übernimmt zudem die Stadt.

Ideen gibt es seitens der Architekten bereits genug. Für die Ottakringer Straße fände Architektin Johanna Rainer eine Arkadenfront ideal. „Zum einen wäre so auch ein Flanieren bei Schlechtwetter möglich“, erklärt Rainer. Gleichzeitig könnten dabei im ersten Stock Balkone entstehen. Dank der neuen Bauordnung ist es möglich, straßenseitig Balkone zu errichten – bis dato war das nicht gestattet.

Mit kleinen Grünoasen soll das dichtbebaute Gebiet zusätzlich aufgelockert werden. Besonders stolz ist Gebietsbetreuerin Amila Sirbegovic auf die erste Fassadenbegrünung der Stadt. Kletterpflanzen ranken sich an einem Haus in der Ortliebgasse in die Höhe. „Das Projekt war schwierig durchzubringen, weil hier öffentlicher und Privatraum aufeinanderstoßen.“

Die Haslingergasse ist nicht das einzige Gebiet, an dem derzeit intensiv gearbeitet. Auch das Kretaviertel in Favoriten und die Klosterneuburger Straße (20. Bezirk) bekommen ein Facelifting.

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