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Wien
11/07/2014

Eine Herberge für abenteuerlustige Touristen

Wieden: Streetloft in einer ehemaligen Trafik.

von Anna-Maria Bauer

Doppelbett statt Verkaufstheke; Nespresso-Maschine anstelle des Grußkarten-Ständers. Vor knapp einem Jahr hat Theresia Kohlmayr in der Trafik am Elisabethplatz (4. Bezirk) noch Zeitschriften gekauft, heute schüttelt sie hier die Pölster für den nächsten Gast auf. Das Architekten-Trio "Urbanauts" baut auf der Wieden alte Erdgeschoßlokale zu sogenannten Streetlofts um. Der "Trafikant" ist das fünfte Hotelzimmer dieser Art in dem Grätzel rund um die Favoritenstraße. "Jetzt nimmt das Projekt langsam Boutique-Hotel-Größe an", sagt Kohlmayr.

Während des Studiums entdeckte sie in Jonathan Lutter und Christian Knapp Freunde mit derselben Leidenschaft fürs Reisen – und dafür, Städtebau neu zu denken. Wie reist man in der Zukunft? Und was ist dabei wichtig? Auf diese Fragen haben alle drei die gleiche Antwort parat: Authentisch muss es sein. In Zeiten von Massentourismus und Globalisierung suchen viele Reisende das Ursprüngliche.

Und wie könnte man eine Stadt besser kennenlernen, als wenn man bereits in der (nicht touristischen) Konditorei ums Eck frühstückt? Bei den Streetlofts ist das möglich. Auf einer Karte finden die Gäste die Nahversorger in der Umgebung eingezeichnet. So wird das Café Goldegg (Argentinierstraße 49) fürs Frühstück, das Aromat (Margaretenstraße 52) fürs Abendessen empfohlen. Und wer fürs Ausgehen nicht die richtige Kleidung mithat: Auf der Kleiderstange im "Trafikant" hängt eine kleine Auswahl an Designer-Kleidungsstücken. Der Preis für die Nacht im umgebauten Gassenlokal: 120 bis 140 Euro pro Nacht.

Eigeninitiative

Ein bisschen Eigeninitiative der Gäste fordert das Konzept freilich schon: Zwei Tage vor Ankunft bekommen die Gäste per eMail einen Code zugesandt. Mit dem ist das Schließfach neben der Eingangstür zu öffnen, in dem sich der Schlüssel befindet. Wer sein eMail nicht richtig durchgelesen hat, erkennt spätestens vor der geschlossenen Tür, dass dies kein normales Hotel mit Lobby und Portier ist. Gut angenommen wird das Konzept trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb.

Das Ziel des Trios: Zunächst einmal zehn bis 15 Streetlofts in dem Grätzel eröffnen. Und wenn diese Hürde geknackt ist, dann geht es im nächsten Bezirk weiter.

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