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Opfer von Einbruchsserie in Wien: „Man kann nichts machen“

20 Geschäfte auf der Währinger Straße wurden zuletzt Ziel von Einbrechern. Die Verdächtigen: unmündige Jugendliche. Der KURIER sprach mit den Opfern.
Einbruch, Wien, Währing

Sechs Stunden lang stand das Sportgeschäft „Mountainbiker“ am Gürtel Anfang August über Nacht offen. Gegen 0.19 Uhr hatten zwei junge Burschen – der eine trug eine schwarze Kapuze, der andere bedeckte sein Gesicht mit seinem schwarzen T-Shirt – die Tür aufgesprengt. 

Sie nahmen Bargeld, ein Tablet und ein Firmenhandy mit. Stunden später stieg ein anderer Jugendlicher ein und nahm ein hochpreisiges Fahrrad mit. Bevor die Polizei den Bereich gegen 6.30 Uhr absperren konnte, holte sich ein weiterer Mann noch zwei Red Bull aus dem Geschäft.

„Die Jugendlichen haben genau gewusst, wie man die Eingangstüre öffnet.“ 

von Mitarbeiter

„Mountainbiker“

Der Einbruch in das „Mountainbiker“ ist kein Einzelfall, wie eine Anfrage bei der Polizei ergab. Zwischen 1. Juni und 17. August wurde in 20 Geschäfte eingebrochen. Vier Einbrüche fanden am Alsergrund statt, 16 in Währing.

Schnelles Geld

„Gestohlen wurden bei diesen Geschäftseinbrüchen meistens Handkassen oder Wechselgeld aus Ladenkassen. Als ‚Ziel‘ der Einbrüche kann also ‚schnelles Geld‘ vermutet werden“, sagte dazu eine Sprecherin der Wiener Polizei. 

Bei einem Großteil der ausgeforschten Täterschaft handle es sich um unmündige Straftäter. Die Vorfälle spiegeln auch eine allgemeine Tendenz in Wien wider: Bei den 10- bis 14-jährigen Tatverdächtigen gab es im Vorjahr einen Anstieg von 5.066 (2024) auf 5.983 Kinder (2025).

Kaffee, Alsergrund, Wien, Einbruch

In einem Kaffee auf der Währinger Straße wurde in der Nacht auf 7. August eingebrochen. 

Auch bei einem Café in der Währinger Straße schlugen zwei unmündige Straftäter zu: In der Nacht auf 7. August wurde dort die Glasscheibe eingeschlagen. Fotos zeigen, wie sich die Tausenden Glassplitter am Boden des kleinen Cafés verteilten. „Ich war gerade auf Urlaub, als ich einen Anruf von meiner Mitarbeiterin bekommen habe. Die Polizei war dann auch für die Spurensicherung dort“, berichtet die 20-jährige Inhaberin, die sich das Lokal mit ihrer Mutter teilt. Mitgenommen haben die beiden Jugendlichen nur das Bargeld in der Kassa.

Schaden an den Türen

„Es waren unter 1.000 Euro, die sie mitgenommen haben. Der Schaden an der Tür war jedenfalls größer als die Beute“, schildert die Café-Besitzerin. Die Tat lässt sich anhand der Videoaufnahmen – im Café hängt eine Kamera – gut rekonstruieren. „Ich habe sie [die Jugendlichen, Anm.] auch auf Kamera. Man kann auch die Gesichter sehen, die haben keine Handschuhe oder Masken an“, sagt sie. 

Das Problem sei, dass man wegen der Minderjährigkeit nichts machen könne. Die Polizei konnte die Tatverdächtigen bereits ausforschen: Es handelt sich um zwei Syrer im Alter von 12 und 13 Jahren, die angezeigt wurden. „Ich fand den Vorfall jetzt nicht irgendwie bedrohlich oder angsteinflößend, vor allem nachdem ich auf den Videoaufnahmen gesehen habe, wie jung sie sind. Das größte Gefühl war eher Genervtsein“, schildert die 20-Jährige.

Betrieb geschlossen

Ihren Betrieb musste sie einen Tag lang zusperren. „Ich hatte Glück, dass meine Eltern während meines Urlaubs in Wien waren und zumindest schon die Tür sichern und ein bisschen aufräumen konnten.“ 

Spaziert man entlang der Währinger Straße, stößt man nach zwei Kilometern schon auf den nächsten Tatort: Das Blumengeschäft Barbara Kugler. Öffnet sich dort die Schiebetür, ist die zersprungene Scheibe nach wie vor zu sehen – auch vier Wochen nach dem Einbruch.

Blumen, Währing, Wien, Einbruch

In einem Blumengeschäft plünderten Jugendliche die Kassa.

„Mich schockiert das Alter“

„Sie haben die Tür aufgeschoben und 105 Euro aus dem Kassenladen genommen. Das Arge ist, dass sie weder die Trinkgeldkasse noch die Spendenbox angegriffen haben“, berichtet die Inhaberin des Geschäfts, Barbara Kugler. Der Einbruch passierte gegen halb 7 Uhr Früh, auch in diesem Fall kennt die Polizei die Verdächtigen. „Was mich so schockiert, ist das Alter von denen. Wo sind die Eltern? Mutproben hat man immer schon gemacht, aber da geht es wirklich um andere Dinge“, betont Kugler. Kameras hat sie keine installiert.

Auf die Frage, ob sie bei den Sicherheitsmaßnahmen nachbessern will, sagt sie: „Nein, weil es vollkommen egal ist. Ob man die aufnimmt oder nicht. Weil, was soll man machen?“

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