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Chronik | Wien
05/21/2019

Dominik Nepp: Neuer FPÖ-Chef, altbekannte Töne

Bisheriger Vizebürgermeister übernimmt, Strache wird „einfaches Parteimitglied“

Knappe 15 Minuten. Als der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp vor die Medien tritt, folgt er dem neuen Trend: Ein paar kurze Statements, dann ist das ganze Spektakel schon wieder vorbei.

Oder zumindest fast. Denn ein paar kurze Journalistenfragen sind erlaubt – wenn es „dabei um Wiener Themen geht“. Das ist mehr, als Medien und Öffentlichkeit zuletzt gewohnt waren.

Die Wiener FPÖ ist in diesen Tagen um Geschlossenheit bemüht. Das Wort fällt mehrfach. Dem scheidenden Chef Heinz-Christian Strache habe man in den Gremien „geschlossen Dank und Anerkennung“ für die vergangenen 15 Jahre ausgesprochen. Er sei es gewesen, der die totgesagte FPÖ nach der Abspaltung des BZÖ zu neuer Stärke geführt habe. Bei der vergangenen Wien-Wahl im Jahr 2015 kam die FPÖ auf rund 31 Prozent.

Johann Gudenus, Straches langjähriger Wegbegleiter und – zumindest nach außen hin – Galionsfigur der Wiener FPÖ, blieb unbedankt. Und beinahe unerwähnt. Nepp habe seit dem Aufkommen der Ibiza-Affäre „nachdenkliche Stunden“ gehabt: Er sei nicht nur politisch mit Strache und Gudenus verbunden, sondern mit ihnen befreundet. „Und an dieser Freundschaft ändert sich auch nichts.“

Nepp verspricht Erfolg

Dann trommelt Nepp bekannte Themen: Die FPÖ Wien agiere als „geschlossene Partei“ und trete für jene ein, „die sich von Rot-Grün im Stich gelassen fühlen“. Nepp verspricht den „Kampf gegen die Islamisierung“ und für die Österreicher, die (etwa im Wohnbau) bevorzugt behandelt werden sollen.

Für die Wien-Wahl 2020 zeigt er sich zuversichtlich: „Auch in Zukunft wird kein Weg an uns vorbei führen. Die kommenden Jahre werden ein Erfolg, das verspreche ich.“

Heinz-Christian Strache werde sich aus allen Funktionen zurückziehen, davon gibt sich Nepp überzeugt. Strache bleibe „einfaches Parteimitglied“. Einen Parteiaustritt, wie ihn Gudenus bereits vollzogen hat, hält Nepp bei Strache nicht für nötig.

Auch sonst habe man in Wien bereits alle nötigen Konsequenzen gezogen: Einen Rücktritt von Klubobmann Toni Mahdalik, wie ihn die Neos fordern, lehnt Nepp ab. Mahdalik verantwortete die umstrittene FPÖ-Presseaussendung mit der Botschaft „wer/zah/lts/chaf/ft/an“.

Die neue Stoßrichtung der Bundes-FPÖ hat Nepp bereits übernommen: Er übt Kritik an der ÖVP. Schon oft habe er auch in Wien erlebt, dass sich die ÖVP nicht an Abmachungen gehalten habe. Nun habe sie „im Machtrausch“ die Ablöse von Herbert Kickl als Innenminister gefordert. Er, Nepp, habe in diese ÖVP „kein Vertrauen“.