Chronik | Wien
23.09.2017

Die Polizei zeigte sich von ihrer besten Seite

Auf Twitter und bei einem Tag der offenen Tür wollte die Polizei am Samstag ihr Image aufpolieren.

Kurz vor halb zehn ist es am Samstagvormittag noch ruhig vor der Rossauer Kaserne. Nur einige Interessierte warten vor dem Eingangstor. In sieben Minuten soll der Tag der Wiener Polizei beginnen. „Ja, die müssen auch heute arbeiten“, erklärt ein Vater seinem Sohn als zwei Polizeiautos aus der Kaserne auf die Straße hinausfahren. Und das nicht zu wenig. 80 bis 100 Stunden-Wochen sind derzeit keine Seltenheit, wie der KURIER berichtete. Nicht umsonst ist ein kleiner Rekrutierungsstand im Innenhof der Kaserne aufgebaut. Interessierte sollen dort über die Aufnahmekriterien informiert werden.

Ganz nebensächlich empfiehlt Sondereinheitenleiter Gerhard Kos in seiner Begrüßungsrede darauf, sich doch zu bewerben. Parallel zum Tag der offenen Tür läuft bis Sonntagfrüh eine Twitter-Kampagne. Unter dem Hashtag #24h133 berichtet die Polizei über ihre Einsätze. Um Einblick in ihre Arbeit zu gewähren, aber auch, um die Vielzahl der Aktivitäten aufzuzeigen.

Wahlkampf

In der Kaserne mehren sich seit dem Einlass die Besucher. Innenminister Wolfgang Sobokta ( ÖVP) ist auch gekommen. Und auch andere Politiker, wie etwa Polizei-Vizepräsident Karl Mahrer, der bei der Nationalratswahl für die Wiener ÖVP kandidiert.

„Der Tag der Polizei ist vor allem für die Kinder“, sagt ein Polizist am Infostand. Ein Rekrutierungsevent sei der Tag der offenen Tür nur in zweiterem Sinn. Mit einem simulierten WEGA-Einsatz soll das Publikum begeistert werden. Beamte seilen sich kopfüber von einer Fassade ab. Und bei so manchem scheint das auch zu wirken. „Wegen der Action!“, antwortet eine Besucherin auf die Frage, warum sie zur Polizei wolle.

- Nikolaus Pichler