© Christine Ernst

Chronik Wien
01/23/2020

Die „Nie-und-nimmer-Wegwerfdinger“: Teil 2

Die KURIER-Leser haben der Redaktion noch mehr Fotos ihrer Lieblingsgegenstände geschickt, die mit Erinnerungen verbunden sind.

Nostalgie ist ein breites Thema, es heizt auch die Kreativität vieler Unternehmen und Werber an. „Nehmen wir Turnschuhe, die wieder modern werden. Da freuen sich Eltern mit ihren Kindern und erinnern sich, wie sie diese damals selbst angehabt haben“, sagt  der Sozialpsychologe Arnd Florack.  Und sie kann das Blut  in Wallung versetzen.  Als Ferrero  den Buben mit dem Pagenkopf von seinen Kinderschokolade-Verpackungen verbannte und durch einen mit gewitztem Haarschnitt ersetzte, war die Empörung groß. „Man sieht, wie sehr die Menschen an ihren eigenen Erinnerungen hängen.“

Die KURIER-Leser haben die Redaktion mit Fotos von Lieblingsstücken versorgt, an denen sie hängen. Eine Auswahl:

Analoge Vergnügungen

Markus Jerko mag "als Ausgleich/Ergänzung zum digitalen Alltag auch viele analoge, 'nostalgische' Sachen, zum Beispiel genieße ich Musik mit meiner Schallplattensammlung, mechanische Armbanduhren, meine schönsten Fotos als Abzüge in Fotoalben." Zu sehen ist die "Original-Schallplatte vom Neujahrskonzert meines Geburtsjahres 1980, ein schönes persönliches Geschenk und Highlight in meiner Vinylsammlung."

Die alte Küchenuhr

"Meine alte Küchenuhr begleitet mein Leben schon seit 40 Jahren. Mein Exmann hat sie von seiner Großmutter geerbt. Die Uhr hing in seiner Küche und ich habe mich auf den ersten Blick in sie verliebt", schreibt Gabriele Herbst. "Dann folgte sie uns in unsere gemeinsame Wohnung. Und nach unserer Trennung blieb sie in meiner Küche zurück. Mein erster Weg in der Früh nach dem Aufstehen führt mich in die Küche, um meine Uhr zu richten – sie geht nämlich täglich 5-10 Minuten voraus. Natürlich muss sie auch von Zeit zu Zeit aufgezogen werden – mit einem alten Schlüssel. Habe ich schon erwähnt, dass ich sehr altmodisch bin und alte Dinge mag?" Frau Herbst ist sehr geräuschempfindlich. Aber dasTicken der Uhr liebt sie: "Es verbreitet so eine wohlige Stimmung – wie ein Herzklopfen.Man könnte also sagen, meine alte Küchenuhr ist das 'Herz' meiner Wohnung."

Die Waagschale

"Diese Küchenwaage bekam ich vor 50 Jahren", schreibt Christine Ernst dem KURIER. Was für die KURIER-Leserin zählt: "Sie braucht keine Batterie und ist voll funktionsfähig."

Abenteuer und Reisen um die Welt

Georg Stojanoff schickt dem KURIER Bücher: "Als kleiner Bub mit etwa fünf Jahren, als wir noch in Bulgarien lebten, hat mir meine Mutter die bulgarische Fassung von Robinson Crusoe vorgelesen. Ich war wie verzaubert vom Inhalt meines ersten Buches sosehr, so dass es mein Lieblingsbuch wurde. Später, als wir nach Wien übersiedelte sind, bat ich Mutter mir die deutsche Fassung zu kaufen, die ich förmlich verschlang. 50 Jahre später, fand ich auf einen Flohmarkt noch zwei weitere Ausgaben, die mich als über 70 jährigen wiederum fesselten. Meine oftmaligen Reisen um die Welt, entstanden durch den Bazilus meines Lieblingsbuches"

Der Feder-Flügel-Mann

"So was kann man nicht wegwerfen", erklärt Birgit Jessen. "Dieser Feder-Flügel-Mann stand in meiner Kindheit (vor über 50 Jahren!) im Garten meines Elternhauses bei München, wurde jeden Abend (und bei schlechtem Wetter) hereingeholt und in der Früh wieder auf seiner Stange platziert. Er hat uns immer sehr zuverlässig die Windstärke durch heftiges Wedeln mit den Armen angezeigt. Manchmal ist er vom Sturm von der Stange geworfen worden, dann wurde er repariert und zurück in den Dienst gestellt."  

Noch mehr Erinnerungen:

"Mein kleiner Affe"

Ernst Dorn lässt nichts über sein Stofftier kommen."Als ich ca. 10 Jahre alt war, starb meine Taufpatin und ich 'erbte' eine kleine Handpuppe, die mir bei Besuchen bei ihr immer schon gefallen hatte. Dies ist ein kleines Äffchen der Marke Steiff, das mich bis heute begleitet (immerhin schon über 60 Jahre). Ich nannte es Hugo, erzählte ihm als Kind meine damaligen Probleme und später durfte es in all meinen Autos als Maskottchen mitfahren. Leider nagte der Zahn der Zeit an seinem Fell, doch er ist und bleibt mein treuer Begleiter."

Der Bär

Anita Koppelstätter würde sich niemals von ihrem Stoffbären trennen. "Er hat eine lange Geschichte: Mein Vater hat diesen Eisbären von Steiff meiner Mutter zum 14. Geburtstag ( sie war Jahrgang 1918) geschenkt. Ich habe mich dann in den Bären verliebt, da hatte er noch viel mehr weiße Haare. Ich wünschte mir jedes Weihnachten nur Anziehsachen für den Bären, er wurde einmal in dieser Kinderzeit erneuert, er bekam neue 'Füße'. Der Bär schaute eigentlich schrecklich aus, die Strohwolle war im Gesicht zu sehen vom vielen Knutschen, als meine damals kleine Enkelin Hannah sich in ihn verliebte." Anita Koppelstätter entschloss sich, den Bären direkt bei der Firma Steiff in der Bärenklinik reparieren zu lassen, wo man allerdings meinte, da wäre nichts mehr zu machen. "Nun übergab ich das gute Stück einer geschickten Freundin, die das Gesicht mit einem Wollrest eines Pullovers verschönte. So sitzt er am Foto."

Die Lieblingsfarbe

Ohne die Farbe Blau  ist Grete Bauer nur halb so glücklich. "Angefangen hat es mit blauen Kleiderl, die ich zu Weihnachten von meiner Tante bekommen habe. Mit ca  vier Jahren,  jetzt bin ich 73 Jahre alt. Meine Tochter hat einmal ans Christkind geschrieben (Bitte alles nur nicht in BLAU). Also nicht vererbt!!!!"

Gänsehautmoment

"AC/DC ließen am 11.09.1991 über die Zuseher beim Song Money Talks im Liebenauer Stadion in Graz Dollarnoten mit dem Konterfei von Angus regnen", schreibt Thomas Eck aus Wien. "Drei Dollarnoten konnte ich ergattern! Wenn ich heute daran denke bekomme ich noch Gänsehaut.."  

Schatzkiste - Nähkästchen

"Schon als Jugendliche war mein erster Weg zu meiner Oma, wenn einmal ein Knopf fehlte oder es kleinere Näharbeiten gab. In ihrem Nähkästchen gab es alles was man dazu brauchte", lässt Karin Egger die KURIER-Redaktion wissen."Sie ist schon vor 30 Jahren gestorben und das Kästchen habe ich behalten.Ich brauche es nur noch selten, aber jetzt kommen schon meine Enkekinder und staunen über die Schätze, die sich seit Jahrzehnten darin befinden."

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