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Chronik Wien
02/04/2020

Die neue U4-Station Pilgramgasse: Eine steile Rampe und wenig Info

Die nächsten sieben Jahre ist die U4-Station Pilgramgasse nicht barrierefrei zugänglich. Das schränkt viele ein.

von Laura Schrettl

In Fahrtrichtung Heiligenstadt gibt es seitdem nur einen Treppenturm, in Richtung Hütteldorf haben die Wiener Linien beim Ausgang eine Rampe errichtet, damit Menschen im Rollstuhl, mit Gehbehinderung oder mit Kinderwägen dort während der sieben Jahren zumindest in Fahrtrichtung Hütteldorf aussteigen können. Einen Lift auf beiden Seiten wird es erst in sieben Jahren wieder geben, wenn auch die U2 an der Station in Betrieb geht.

Eine Gruppe von fünf Personen schaut sich Montagvormittag die Rampe bei der U4-Station Pilgramgasse ganz genau an. Sogar ein Video wird gemacht. Die fünf Personen sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Sie müssen wissen, ob diese Rampe für Menschen im Rollstuhl bewältigbar ist und ob Begleitpersonen ihre Klienten da hinaufschieben können, oder nicht. Und sie kommen zu folgendem Schluss: Schieben wird wohl möglich sein – wenn man kräftig ist. Ein Rollstuhlfahrer allein wird sich aber schwertun.

Seit Freitag ist die U4-Station Pilgramgasse nach einem Jahr Umbau wieder geöffnet. Allerdings: Die Lifte in beiden Fahrtrichtungen mussten wegen des Baus der U2 abgetragen werden.

Sieben Jahre für einen Lift

Behindertenverbänden ist das zu wenig. „Die Station ist nicht teilweise, sondern gar nicht barrierefrei“, sagt Martin Ladstätter, Obmann vom Verein Bizeps. Er sieht nicht ein, dass es sieben Jahre dauert, bis die Station wieder barrierefrei für alle Menschen zugänglich ist. „Es kann mir keiner erklären, dass man sieben Jahre lang braucht um einen Fahrstuhl zu bauen“, sagt Ladstätter.

Von den Wiener Linien heißt es auf Anfrage des KURIER, man habe alle Varianten geprüft, den Lift früher zu eröffnen. Aber das sei nicht möglich, weil der Lift später genau dort hinkommen soll, wo sich jetzt die Baustelle für die U2-Verlängerung befindet. Und aufgrund der Platzverhältnisse konnte man die Rampe nicht flacher halten.

Wie sich beim KURIER-Lokalaugenschein gezeigt hat, ist es auch für Mütter mit Kinderwägen mühsam, über die Rampe nach oben zu gelangen. „Wenn ich das jeden Tag machen müsste, wäre das schon sehr anstrengend“, sagt eine Mutter zum KURIER. Noch schlimmer sei aber, dass es beim anderen Ausgang – Richtung Heiligenstadt – gar keine Möglichkeit für Menschen im Rollstuhl, mit Gehbehinderung oder mit Kinderwägen gibt, dort auszusteigen und die Station zu verlassen.

Die Wiener Linien weisen in den Durchsagen darauf hin, dass die Pilgramgasse derzeit nur teilweise barrierefrei ist. Die Information, wo man aussteigen kann und und wie, bleiben sie allerdings schuldig. Empfohlen wird jedenfalls, bis zur Station Karlsplatz weiterzufahren, dort in die U4 Richtung Hütteldorf umzusteigen und so bis zur Pilgramgasse zu fahren.

Am Karlsplatz auszusteigen, ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität übrigens derzeit nicht möglich. Der Lift ist defekt.

Zehn Aufzüge werden heuer in den Wiener U-Bahn-Stationen der Linien U1 und U4 modernisiert.  Beispielsweise am Karlsplatz, am Schwedenplatz oder am Schottentor. Der Lift zur Linie U4 in der Karlsplatzpassage ist voraussichtlich bis 28. Februar 2020  außer Betrieb. 

Hier kann man nachsehen welche Lifte derzeit defekt sind.

 

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