Chronik | Wien
27.12.2011

Die Millionen fließen in die Wasserversorgung

Spät, aber doch rückt die Stadt Wien mit Begründungen für die geplante Erhöhung der Wassergebühr um satte 33 Prozent heraus. Das frische Geld, so verspricht man, werde ausschließlich zur Sicherstellung einer funktionierenden Wasserversorgung für die Wiener Haushalte verwendet. Wie, das hat der KURIER unter die Lupe genommen.

Die Wiener Wasserwerke investieren jährlich rund 140 Millionen Euro. 40 davon fließen jährlich in die Sanierung des mehr als 3000 Kilometer langen Wiener Rohrnetzes, weitere 15 Millionen in die Quellschutzgebiete in NÖ und der Steiermark, die flächenmäßig fast so groß sind wie Wien selbst. Der Rest deckt Personal- und Sachkosten ab.

Zwei Investitions-Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit: Die Sanierung des 138 Jahre alten denkmalgeschützten Aquäduktes der 1. Hochquellwasserleitung in Mauer hat die stolze Summe von 5,5 Millionen Euro verschlungen. Nach den Aquädukten in Mödling und Speising ist das in Mauer (240 Meter lang, 23 Meter hoch) bereits das dritte sanierte Bauwerk. Das eigentliche Problem dabei: Man hat noch 127 Stück davon. Bei der Sanierung mussten verwitterte Ziegel mit Seilschneidetechnik abgetragen und durch Klinker-Ziegel ersetzt werden. Bauzeit: über drei Jahre.

Beispiel 2: Der Bau zweier Brücken im steirischen Quellschutzgebiet Weichselboden hat die Wasserwerke 600.000 Euro gekostet. Der Bau ist notwendig, weil man nur so in das Quellschutzgebiet kommt.

Weitere Projekte

Gebührengelder sollen auch künftig verstärkt in das Wiener Rohrnetz fließen. Heuer wurden die Wasserrohre in der Triester Straße, in Neustift am Walde und in der Gentzgasse in monatelanger Arbeit umgerüstet, 2012 kommt der äußere Gürtel zwischen Liechtenwerder Platz und Kreuzgasse sowie die Grinzinger Allee an die Reihe: Gesamtkosten: über zehn Millionen Euro.

Behältersanierungen auf dem Dreimarkstein werden 1,5 Millionen kosten, die Sanierung des Aquädukts Liesing 1,4 Millionen. Die Sanierung des Aquädukts Baden mit Baubeginn 2012 kostet sogar stolze 14 Millionen Euro.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Interview

  • Hintergrund