Chronik | Wien
20.07.2018

Demo auf Donauinsel untersagt: Auch Reichsbrücke nicht erlaubt

Polizei akzeptierte die Reichsbrücke nicht, deshalb musste ein Kompromiss getroffen werden.

Die Suche für eine Location der Demonstration „Wir fordern Raum“ hat ein Ende. Nachdem den Organisatoren eine Zufahrt zur Donauinsel verwehrt wurde, ist jetzt die Reichsbrücke als Veranstaltungsort abgelehnt worden. Es musste mit der Polizei ein Kompromiss gefunden werden. Nun müssen sich die erwarteten 1000 Teilnehmer im Donaupark auf der Papstwiese treffen. Organisator Marcus Grimas zeigt sich nicht erfreut, kann aber mit dem Kompromiss leben. Denn: „Uns wurde auch der Ölhafen Lobau angeboten, wo es kaum eine öffentliche Anbindung gibt.“

Laut Polizei werde man „laufend kontrollieren und schauen, ob es zu Lärmerregungen kommt und genug beschallt ist.“ Sobald der Lärmpegel überschritten wird, werden die Beamten einschreiten.

Gegenverkehr abgelenkt

Die Organisatoren hatten sich große Hoffnungen gemacht, dass die Reichsbrücke als Location genutzt werden darf. Was dafür gesprochen hätte: Schließlich wird auch regelmäßig der Ring in der City für Demonstrationen gesperrt wird. Auf der Reichsbrücke wäre es dann ebenfalls zu einer Komplettsperre gekommen. „Es wäre zwar um alle Spuren in Fahrtrichtung Donaustadt gegangen, aber für die Einsatzkräfte hätten wir eine Durchfahrt freigelassen“, sagt Grimas. Doch das reichte den Beamten nicht. Außerdem begründete die Polizei ihr Entscheidung damit, dass die Veranstaltung samt der Musik den Gegenverkehr ablenken hätte können.

Kapitel Donauinsel nicht abgehackt

Musik sei laut Grimas jedoch wichtig. Bei Protesten der PeaceParty Österreich ist diese nämlich obligatorisch: „Es geht uns darum, dass alle Menschen die Räume der Stadt nutzen dürfen. Wir drücken unseren Protest mit Musik aus.“

Ursprünglich war die Demonstration auf der Donauinsel geplant gewesen. Doch die MA 45 (Wiener Gewässer) vermutete eine als Demo getarnte Veranstaltung und wollte die Anrainer schützen. Weil die Magistratsabteilung die Demo jedoch nicht untersagen kann, wurde einfach die Zufahrt auf die Insel mit dem Klein-Lkw verweigert. Ganz abhaken wollen die Organisatoren die Donauinsel aber nicht: „Wir müssen zwar jetzt für das Projekt Donauinsel die Segel streichen. Doch das war nur der Anfang einer Geschichte. Das nächste Kapitel wird nach der Demo eröffnet.“