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Chronik Wien
04/13/2020

Corona: Rund 4.600 Geschäfte dürfen morgen in Wien öffnen

Knapp ein Viertel davon in der Inneren Stadt. Die Bedeutung der Handelsöffnung zeigt sich vor allem aber am Beispiel kleinerer Einkaufsstraßen.

von Christoph Schwarz

Viele Wiener warten schon sehnsüchtig darauf - und die Händler selbst erst recht. Am morgigen Dienstag dürfen in Wien rund 4.600 Geschäfte im Handel öffnen. Das sind alle jene, die weniger als 400 Quadratmeter haben.

Wie viele tatsächlich öffnen, lässt sich noch nicht genau abschätzen. Denn ein Betrieb muss nicht aufsperren, wenn er nicht will. Fix ist aber: Die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen wird wieder mehr (Geschäfts-)Leben in alle 23 Bezirke bringen.

"Die Betriebe können wieder dazu beitragen, dass die Wiener Bezirke zu belebten Dorf- und Marktplätzen werden", sagt Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der Wiener Wirtschaftskammer.

Bekleidung und Elektro

Spannend ist ein genauer Blick auf die Zahlen: Insgesamt dürfen in Wien exakt 4.654 Geschäfte unter 400 Quadratmetern am Dienstag öffnen. Nach den bereits geöffneten Supermärkten und Drogerien (1.267) sind die meisten davon Bekleidungs- und Schuhgeschäfte - nämlich 1.028.

In der Kategorie Hausrat - sie umfasst Elektro, Foto und Multimedia - sind es 466 Geschäfte. 364 Geschäfte verkaufen Wohnungseinrichtung (von Möbeln bis Wohnaccessoires). Eine große Zahl entfällt auf die Kategorie "Sonstiges", die unter anderem Juweliere und Spielzeugläden umfasst. Hier dürfen 1.529 Shops wieder öffnen.

Ein Viertel in der Inneren Stadt

Besonders spüren dürften die Wiener die wirtschaftliche Belebung im kleinen 1. Bezirk. Immerhin 1.018 der betroffenen Geschäfte liegen in der Inneren Stadt, das ist fast ein Viertel. Es folgen der 7. Bezirk mit 306 Geschäften und der 10. Bezirk mit 287 Geschäften. 

Dahinter liegen die Josefstadt (252 Geschäfte), Landstraße und Leopoldstadt (je 226). Am geringsten sind die Zahlen im flächenmäßig großen Liesing (57) und in Döbling (39).

All das sind nicht nur Zahlenspiele: Die Öffnung ist vor allem für die kleinen Einkaufsstraßen von Bedeutung. Gerade dort kehrt wieder Leben ein, wie die Wirtschaftskammer errechnet hat.

Das zeigt sich etwa am Beispiel der Thaliastraße im 16. Bezirk: Bis jetzt hatten dort nur 32 von insgesamt 289 Geschäften und Einrichtungen offen - das sind gerade einmal 11 Prozent. Darunter finden sich Lebensmittelgeschäfte, Trafiken und Drogerien, aber auch drei Apotheken, zwei Ärzte sowie ein Kindergarten.

Friseure, Gastro: Der Stufenplan

Mit dem morgigen Dienstag dürfen 141 weitere Shops - vom Optiker über den Handyshop bis zum Schneider - öffnen. Damit sind insgesamt 60 Prozent aller Geschäfte und Einrichtungen auf der Thaliastraße wieder in Betrieb.

Ab 1. Mai sind es dann 68 Prozent. Da öffnen 23 weitere Geschäfte - darunter 20 Friseure.

Ab Mitte Mai kommen 55 Gastronomiebetriebe hinzu - womit 87 Prozent der Geschäfte geöffnet haben. Die Gastronomie darf zu diesem Zeitpunkt nur unter strengen Auflagen aufsperren. Welche das sind, wird erst festgelegt. Erwartet wird jedenfalls eine beschränkte Öffnungszeit bis 18 Uhr.

"Kein Frühlingserwachen"

Bis dahin dauert es noch - was vor allem für die betroffenen Unternehmer schwierig ist: „Von einem Frühlingserwachen des Wiener Handels“ könne noch keine Rede sein, sagt daher auch Spartenobmann Trefelik. Umso wichtiger sei es, dass sich alle gemeinsam an die Sicherheitsvorgaben halten, um ehestmöglichst alle Geschäfte wieder öffnen zu können und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.