Auch der Verein, der das Donauinselfest organisiert, steht unter Kritik

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Wien
06/02/2020

Corona: Heuer kein Donauinselfest in gewohnter Form

Selbst Verschiebung in den September lässt kein Massenspektakel zu. Statt Absage neues Konzept.

von Josef Gebhard

Im Gasometer werden die Organisatoren morgen Mittwoch offiziell verkünden, was ohnehin vielen schon lange klar war: Wegen der Corona-Pandemie wird es dieses Jahr kein Donauinselfest in der gewohnten Form geben. Details wollen SPÖ-Parteimanagerin Barbara Novak und Organisator Thomas Waldner bei der Pressekonferenz bekannt geben.

Wegen der Virus-Bedrohung musste das Gratis-Festival der SPÖ Wien bereits im März von seinem traditionellen Termin Ende Juni auf den 18. bis 20. September verschoben werden. Wobei von Vornherein trotz der Verschiebung fraglich war, wie ein derartiges Event, das pro Jahr von hunderttausenden Menschen besucht wird, heuer über die Bühne gehen kann.

Nun soll Klarheit geschaffen werden. Wobei ein SPÖ-Sprecher entschieden dementiert, dass das Donauinselfest abgesagt wird, wie eine Gratis-Zeitung am Dienstag voreilig titelte. Aber auch er räumt ein, dass es heuer kein Fest in gewohnter Form geben wird. „Das haben wir aber auch nie behauptet. Sondern, dass die Gesundheit und die rechtlichen Rahmenbedingungen oberste Priorität haben.“

Allein daraus lässt sich schon ableiten, dass die Besucherzahlen heuer stark eingeschränkt werden müssen. Wie genau, will man vor dem Mittwoch nicht verraten. Anbieten würden sich aber zum Beispiel mehrere kleinere Konzerte, die über die Stadt verteilt sind. Darauf deutet schon der Ort der Pressekonferenz hin: Das Gasometer, neben der Stadthalle eine der wichtigsten Konzertlocations der Stadt.

Gratwanderung für die SPÖ

Der Umgang mit dem Fest ist für die SPÖ eine  Gratwanderung: Wenige Wochen vor der Wien-Wahl  wäre das Konzertspektakel  ein wichtiger Baustein im Wahlkampf gewesen. Dieser hätte aber  leicht zu einem Bumerang werden können, hätte ein Massenauflauf auf der Insel zu einem Covid-Ausbruch geführt.

Obendrein lassen die Regeln der Bundesregierung derartige Großveranstaltungen derzeit ohnehin nicht zu. Sollten die Regeln im Laufe der kommenden Wochen noch gelocker werden, bliebe kaum noch  Zeit für die Organisation. Nun hat man offenbar einen Mittelweg gefunden.

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