Chronik | Wien
11.11.2016

Copa-Neu kostet zweistelligen Millionenbetrag

Nach Kritik um die Wettbewerbe werden nun auch die abgelehnten Vorschläge in einer Ausstellung gezeigt.

Auch wenn Wien vom Badewetter derzeit so weit entfernt ist wie vom Mond: Die Vorbereitungen zum Bau der neuen Copa Cagrana sind voll im Gange. Bis Jänner soll ein Flächenwidmungsplan stehen, um die neuen Lokale und den Umbau zu ermöglichen.

Nach einer Art internen Begutachtung des "Grün-Drucks", so der offizielle Ausdruck, durch mehrere Magistratsabteilungen muss dann noch der Gemeinderat dem Mammut-Projekt zustimmen. Inklusive Ausschreibung dürfte der Baustart frühestens 2018 erfolgen. Eine genaue Kostenschätzung wird derzeit erstellt, aber ein zweistelliger Millionenbetrag wird es auf jeden Fall werden, heißt es schon jetzt gegenüber dem KURIER. Zum Vergleich: Die jahrelang umstrittene Mariahilfer Straße kostete 25 Millionen Euro. Etwa diese Summe könnte auch der Copa-Umbau erreichen.

Die Vorschläge im Detail

Wer die Pläne zum Umbau der Flaniermeile sehen möchte, kann nächste Woche von Dienstag bis Freitag, täglich von 13 bis 16 Uhr, bei der "Inselinfo" (350 Meter stromabwärts der Reichsbrücke) selber alle zum Wettbewerb eingereichten Projekte anschauen. Derartige Transparenz ist unüblich, bisher waren die abgelehntenVorschläge unter Verschluss. Es ist denkbar, dass dies eine Folge der Kritik an den Architektur-Wettbewerben rund um Stadträtin Ulli Sima ist.

Auch die unterlegenen Projekte sind von sehr hoher Qualität, da international renommierte Architekten daran teilnahmen. Tatsächlich dürfte es eine sehr knappe Entscheidung gewesen sein. In einem Fall wurde eine Art Steg in das Entlastungsgerinne geplant. Dass manche Vorschläge auf den Betrachter besser wirken als das ausgewählte, erklärt Martin Jank vom Wiener Gewässermanagement so: "Die Entscheidung wurde nicht nur anhand der Bilder gefällt, diese täuschen mitunter auch etwas. Manches schaut auf den ersten Blick großartig aus, ist aber nur schwer bis gar nicht umsetzbar."

Der ausgewählte Vorschlag sei jedenfalls gut ausgewogen, denn das Terrain auf der Copa ist extrem schwierig. Wie berichtet, wurden beim Abriss der alten Gebäude sogar händisch gegrabene Höhlen entdeckt.