Henry Bannert (re.) wird am 27. Juni im neuen Fight Club kämpfen, der direkt neben den neuen Gastro-Bauten an der Partymeile eröffnet.

© /Fox Gym

Wien
05/07/2015

Copa Cagrana: Auf der Insel "in die Goschen haun"

Boxarena eröffnet neben Gastro-Prachtbau. Zuschauer dürfen mitkämpfen. Sima ist "not amused".

von Dominik Schreiber

Ein thailändisches "Klein-Pattaya" mit hartem Kampfsport – direkt neben einem 2,5 Millionen Euro teuren Gastro-Prachtbau der Stadt Wien. Das sorgt auf der seit Jahren heiß umkämpften Copa Cagrana für neuen Zündstoff. Während sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima alles andere als erfreut zeigt, wird am Freitag eine Boxarena für rund 200 Zuseher eröffnet.

"Unser Vorbild ist Pattaya", erklärt der Betreiber, Dennis Dewall. Der Modelscout und Schauspieler ("Tatort", "Cop Stories") will die Copa Cagrana zur Kampfzone machen – im doppelten Wortsinn: "Das Konzept ist in Europa noch neuartig. Der Eintritt ist frei. Man kann ein Bier trinken und zuschauen, wie sich die Leute in die Goschen hauen."

"Karaoke-Kämpfe"

Wrestling, Kick-Boxen und Mua-Thai-Kämpfe werden zu sehen sein. Der Rest läuft auf "Karaoke-Basis", wie es Dewall nennt. Wer Lust und Mut hat, kann gegen einen der jungen Kämpfer aus dem Stall des Kickbox-Weltmeisters Foad Sadeghi antreten. "So ein Kampf geht über zwei Runden zu jeweils zwei Minuten", sagt Dewall. Der Amateur-Kämpfer muss Schutzkleidung tragen; ein Arzt ist vor Ort.

"Besser, sie treten im Ring an, als im Suff auf der Straße", meint Dewall. "Sicherheit ist uns wichtig. Aber eines ist klar: Das wird kein Schachspiel."

Umweltstadträtin Ulli Sima hat die neue Box-Arena bereits zur Chefsache erklärt. Das Rathaus erfuhr erst vor einigen Tagen von Bauarbeitern von dem neuen Etablissement, heißt es. Sima hat kein Verständnis, dass direkt neben den noblen DC-Towers und den neuen, prachtvollen Modell-Restaurants, die gehobenes Klientel anziehen sollen, ein neues "Klein-Pattaya" entsteht: "Wir werden den Fight-Club genau kontrollieren."

Nach Meinung der Stadt müssten die Betreiber spezielle Konzessionen vorweisen, wenn Boxkämpfe gezeigt werden. Diese Erlaubnis soll nicht explizit vorhanden sein. Dewall will allerdings keinen Eintritt verlangen, was die Frage rechtlich interessant machen könnte.

Der Kampf zwischen der Stadt Wien und Copa-Cagrana-Generalpächter Norbert Weber auf der anderen Seite geht damit in die nächste, vielleicht entscheidende Runde. Sima sieht mit der Box-Arena "ein letztes Aufbäumen Webers". Die Stadträtin hofft, dass die Räumungsklage gegen seine Lokale noch heuer rechtskräftig durchgeht.

Der Fight-Club hat vorerst einen Vertrag über sechs Monate, mit einer Option auf die Jahre 2016 und 2017. Dewall plant auch große Kämpfe, etwa am 27. Juni mit dem österreichischen Thaibox-Champ Henry Bannert. Außerdem soll der "Wrestling-Titel der Copa Cagrana" vergeben werden.

Ob es am Ende ein Punktesieg für die Betreiber wird oder Sima mit K.o. gewinnt, ist vorerst offen.

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