Chronik | Wien
26.04.2017

Wien: Cobra und BVT nehmen IS-Financiers fest

Bei einer Großrazzia in Wien sind am Montagabend zwei Terrorverdächtige festgenommen worden.

Zwei mutmaßliche Financiers der Terrormiliz Islamischer Staat wurden am Montagabend bei einer Großrazzia der Polizei in Wien festgenommen. Eine 48-jährige Syrerin und ihr 36-jähriger Landsmann stehen laut KURIER-Informationen unter dem dringenden Verdacht, Finanzhilfe für die in Syrien und Irak operierenden Terroristen gesammelt zu haben.

Zuletzt gab es immer wieder Fälle von Personen, die etwa Geld für die Reisetickets von mutmaßlichen IS-Kämpfern, aber auch Lieferungen von benötigtem Material in das Kriegsgebiet organisiert hatten. Doch nähere Details zu dem Fall waren vorerst noch unklar.

Die Kronenzeitung hatte zunächst von einem Terrorverdacht gegen ein Pärchen aus Wien-Rudolfsheim und fünf Hausdurchsuchungen berichtet. Die Aktion war von der "Cobra" gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) durchgeführt worden, wie es aus Polizeikreisen gegenüber dem KURIER hieß. Im Büro von Innenminister Wolfgang Sobotka wurde betont, dass kein Anschlag bevorgestanden sei.

Nina Bussek von der Wiener Staatsanwaltschaft wollte am Dienstag zunächst nur bestätigen, dass es "ein Ermittlungsverfahren nach §278b StGB gibt". Dieser Paragraph beinhaltet die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und ist mit einem bis zehn Jahren Haft bedroht. Die beiden Verdächtigen werden derzeit verhört, ob Untersuchungshaft verhängt wird, soll im Laufe des heutigen Mittwoch entschieden werden.