Chronik | Wien
06.03.2012

City soll zweite attraktive Achse bekommen

Neugestaltung: Von der Albertina bis zum Graben - Bürger sollen über neue Variante noch einmal entscheiden.

Mit der Fußgängerzone in der Kärntner Straße sind vor 30 Jahren die einst prächtigen Plätze und Gassen der Umgebung zu Ladezonen, Autostellplätzen und Baustofflagern verkommen: So etwa der Neue Markt und Teile des Helmut-Zilk-Platzes vor der Albertina. Das soll jetzt anders werden – wenn die City-Bürger dafür stimmen.

In einer lokalen Befragung sollen 6000 Anrainer bis 17. März über ein neues Gestaltungskonzept entscheiden. Es sieht vor, den Albertina-Platz von Touristenbussen zu befreien, den Neuen Markt mit dem Donnerbrunnen weitgehend autofrei zu machen und die Seilergasse durch eine Anrainerzone zu beruhigen.

Bezirkschefin Ursula Stenzel sieht im Konzept, das von VP und SP gemeinsam mit Bürgerinitiativen und Rathausplanern entwickelt worden ist, einen „Meilenstein für die City“. Auch SP-Gemeinderat Georg Niedermühlbichler meint: „Der Neue Markt kann endlich seinem historischen Ambiente gerecht werden.“

Garagenbau

Möglich wird die Neugestaltung freilich nur, wenn der geplante Garagenbau unter dem Neuen Markt realisiert wird. Den Löwenanteil der Projektkosten (34 Millionen Euro) würde nämlich der Garagenerrichter beisteuern. Von den 350 Stellplätzen sollen 100 für Anrainer reserviert werden. Zu Preisen von unter 100 € pro Stellplatz. Die Garage ohne Gesamtkonzept war 2006 bei einer Anrainerbefragung abgelehnt worden. Sie steht nun aber nicht mehr zur Debatte. Befragt wird nämlich nur das Projekt Neugestaltung. Wird dieses abgelehnt, soll laut Ursula Stenzel alles bleiben wie es ist: „Mit Verkehrschaos bei der Albertina, Autoblech am Neuen Markt und Parkplatznot für die Bewohner.“ Der Umbau könnte noch heuer starten, die Fertigstellung ist für 2015 geplant.

Karl Nevole (Bürgerliste) fehlen zur echten Bezirksdemokratie die Alternativen. „Das Ergebnis der Abstimmung von 2006 soll umgedreht werden“, ärgert sich Patricia Davis (Grüne). Die Bürgerinitiativen seien in die Vorbereitung der Befragung nicht eingebunden gewesen und die Umgestaltung könne auch ohne Geld des Garagenbetreibers erfolgen.