© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
02/05/2020

Causa Rothschild: Ariel Muzicant hält Klage gegen Stadt Wien für "legitim"

Der ehemalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde will nun auch den Umgang mit jüdischen Stiftungen in der Zweiten Republik zum Thema machen.

Im Streit um das Neurologische Krankenhaus am Rosenhügel meldete sich nun im Standard der ehemalige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, zu Wort.

Wie berichtet, klagt ein Enkel der Familie Rothschild die Stadt Wien. Die Nervenheilanstalt wurde von den Rothschilds erbaut; für die Verwaltung setzte sie eine Stiftung mit einem zwölfköpfigen unabhängigem Gremium ein.

Neun Personen wurden von der Familie Rothschild entsandt, zwei von Niederösterreich, eine von Wien. Nachdem die Nazis die Stiftung aufgelöst hatten, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg von der Stadt Wien wiederhergestellt. Zur Verwaltung eingesetzt wurde der Magistrat. Der Enkel will nun, dass die Stiftung in ihren Ursprungszustand zurückversetzt wird.

Politikum

Dafür sprach sich auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) im KURIER aus, und zwar „aus Respekt vor den Opfern des Nationalsozialismus“. Der Wiener Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) betonte daraufhin, dass die Stadt Wien keine „Nachhilfe in Geschichte“ brauche und die ÖVP Niederösterreich wohl Eigeninteressen habe. „Da schaut die Gier aus den Augen raus“, sagte Hacker. Diesem brachte das wiederum einen Antisemitismus-Vorwurf vom ÖVP-Abgeordneten Martin Engelberg ein.

Im Standard erklärte Ariel Muzicant nun, dass Sobotka „im Prinzip“ recht habe. Dass Engelberg Hacker Antisemitismus vorwerfe, bezeichnet Muzicant als „unglaubliche Niedertracht“. Hacker habe sich stets für die jüdische Gemeinde eingesetzt.

Die Klage des Rothschild-Enkels gegen die Stadt Wien hält Muzicant jedenfalls für „legitim“. Er will nun allerdings den Umgang mit jüdischen Stiftungen in der Zweiten Republik zum Thema machen.

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