Acht Jahre Pech: Café Zehnsiebzig öffnet wieder

Nach Renovierungen und Klagen öffnet das Ecklokal Zehnsiebzig in der Burggasse wieder.
Aussenansicht Cafe Zehnsiebzig

Noch ist in den Fenstern des Cafés Zehnsiebzig Baumaterial zu sehen, ab nächster Woche  sollen sich dort aber  wieder Gäste tummeln. Für rund fünf Wochen stand das Ecklokal in der Burggasse im 7. Bezirk leer, Grund dafür waren Renovierungsarbeiten. Zwar steht auf den Glasscheiben noch der 24. März als „Re-Opening“-Termin, laut einem der Inhaber, Thomas Wessling, ist aber geplant am Karfreitag, 3. April, aufzusperren. 

Bis vor Kurzem teilte der Social-Media-Account des Cafés auf Instagram auch ein Video, in dem näher auf die Umbauarbeiten eingegangen wurde. Zu sehen waren rausgerissene und neu verlegte Böden, drumherum Bauschutt. 

Renovierung wegen Klage

„Wir mussten aufgrund der Beschwerden über den Lärm einen schwimmenden Boden verlegen“, sagt Wessling gegenüber dem KURIER. Der neue Boden verhindere die Übertragung von Trittschall. 

Die Beschwerden und sogar eine Klage wurden von den über dem Lokal wohnenden Nachbarn eingebracht. Dem kam Wessling nach, zeigt sich aber wenig erfreut über die rund 100.000 Euro schwere Sanierung. „Das ist für uns sehr viel Geld und Aufwand“, sagt er. 

Dabei handelt es sich nicht um die erste Klage: bereits 2023 beschwerten sich die Nachbarn laut Wessling über den Lärm und forderten eine Lösung. Daraufhin wurden neue Lüftungen eingebaut, um bei Lokalbetrieb die Fenster nicht mehr ständig öffnen zu müssen. „Damals mussten wir auch für mehrere Wochen schließen“, sagt Wessling. 

Probleme von Anfang an

Die Misere des Zehnsiebzig zieht sich aber eigentlich schon seit der Übernahme des Lokals vor acht Jahren. Immer wieder musste etwas umgebaut werden. Grund dafür war der schlechte Zustand des Lokals. Wessling erzählt, dass die ehemalige Inhaberin des Geschäftslokals – damals eine Bäckerei – einige Sachen falsch angegangen sei: „Die Abflussrohre waren zum Beispiel zu klein oder falsch verlegt.“ 

Dadurch hatte das Café auch mit mehreren größeren Wasserschäden zu kämpfen. Der schlechte Zustand des Lokals sei bei der Übernahme noch nicht aufgefallen, Probleme hätten sich erst später gezeigt. Für Wessling und die zweite Inhaberin Danica Milicic ein Dämpfer in ihrem Eifer, einen Gastrobetrieb zu führen. „Trotzdem haben wir nie aufgegeben und nie die Freude daran verloren.“ 

Kennengelernt haben sich die beiden während ihrer Studienzeit in Wien, Wessling kommt aus den USA, Milicic aus Kroatien. Ausgesucht haben sie sich das Lokal aufgrund des gut gelegenen Standortes: „Der Bezirk Neubau bringt einfach so eine Vielfalt mit sich, das passt auch zu unserem Lokal“, sagt Wessling.

Das Café Zehnsiebzig ist vor allem für Frühstück und Brunch bekannt. Für beide Inhaber sei es wichtig, mit hochqualitativen Produkten  aus Österreich und Kroatien zu arbeiten. Mit der Wiedereröffnung am Karfreitag hoffen die Betreiber auf einen ruhigeren Neustart: „Wir freuen uns wieder auf unsere Gäste.“

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