© Johann Diglas

Chronik Wien
05/18/2016

Café Diglas: Eine Oase in der Innenstadt

Kurier sucht den schönsten Schanigarten Wiens.

von Michael Nowak

In der Schottengasse im Ersten Bezirk herrscht immer ein bisschen Hektik. Kaum jemand hat Zeit zum Stehenbleiben. Nur die wenigsten der Passanten wissen, dass nur ein paar Meter entfernt einer der idyllischsten Gastgärten Wiens liegt.

Die persönliche Note zählt

Seit Jahresbeginn wird das Café im Schottenstift von der Familie Diglas geführt. Besonders im Innenhof hat sich seither einiges getan. „Als wir das Café übernommen haben, war der Gastgarten verwildert und der Boden mit Moos bedeckt. Wir haben ihn komplett neu hergerichtet. Er hat jetzt ein bisschen was von einer Oase“, erzählt Besitzer Johann Diglas.

Vom Treiben auf der anderen Seite des Gebäudes hört man wenig. Umgeben von hohen Bäumen merkt man kaum, dass man mitten in der Wiener Innenstadt ist. Rund 200 Menschen haben im Gastgarten Platz. Meistens ist er gut gefüllt, ganz voll ist er selten. „Viele wissen gar nicht, dass es ihn gibt. Wir können auf der Straßenseite auch kaum Werbung machen, weil das Haus unter Denkmalschutz steht. Aber wer einmal da war, kommt wieder“, sagt Diglas.

Bekannt ist die Familie Diglas vor allem für ihre Mehlspeisen. Früh am Morgen werden sie in einer eigenen Backstube am Fleischmarkt per Hand gebacken. Anschließend werden die Mehlspeisen per Fahrrad in die Schottengasse gefahren. „Wir schwimmen da etwas gegen den Strom. Uns ist es sehr wichtig, dass alles eine persönliche Note hat.“

Das wissen auch die Besucher zu schätzen. Direkt nach der Neueröffnung war das Lokal noch relativ schwach besucht, mittlerweile kommen immer mehr Stammgäste. „Unser Publikum ist bunt gemischt. Viele kommen zum Lernen von der Uni oder auf ein Glas Wein um den Abend ausklingen zu lassen. Wir haben aber auch einige Geschäftsleute, die untertags für Besprechungen herkommen“, sagt Diglas.

Gerade auf die Stammgäste ist das Café stark angewiesen. „Auch für die Wiener Kaffeehäuser sind es wirtschaftlich keine leichten Zeiten. Wir kämpfen sehr mit Großkonzernen wie Starbucks. Die Wiener sind zwar stolz auf ihre Kaffeehäuser, aber von 'einmal im Jahr auf einen kleinen Braunen' kann kein Betrieb überleben“, sagt der Gastronom.

Wer möchte, dass das Diglas im Schottenstift heuer mit dem GOLDENEN SCHANI ausgezeichnet wird, kann auf kurier.at/jettischani dafür abstimmen.

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