Chronik | Wien
04.07.2018

Café Cobenzl: Mit „Weitsicht“ in die Zukunft

Neues Konzept beinhaltet viel Glas, Panorama-Bar und Sky Walk. Bauarbeiten sollen 2019 beginnen

Es gibt nur wenige Lokale, von denen aus man ganz Wien sehen kann. Der Café -Pavillon am Cobenzl ist eines davon. Wenn sich also die Möglichkeit ergibt, dieses zu betreiben, müsse man zuschlagen, findet Martin Rohla. Mit seiner Goodshares GmbH (Habibi & Hawara, Stadtflucht Bergmühle, Swing Kitchen) hat er genau das getan. Er ist der neue Pächter des Areals. Wie das künftig gestaltet sein soll, wurde gestern, Mittwoch, erstmals präsentiert.

Viel Glas und Terrassenanlagen – das fällt bei dem Modell sofort ins Auge. Denn „ Weitsicht Cobenzl“ – der neue Name des Lokals – soll Programm sein. In der Panorama-Bar und einem frei zugänglichen „Sky Walk“ sollen die Gäste ab 2021 die Aussicht genießen können. Das neue Rondellcafé wird sich an dem alten Gebäude orientieren. Je 200 Innen- und Außenplätze sollen für Gäste zur Verfügung stehen.

Das Schloss Cobenzl und die Meierei bleiben erhalten – jedoch mit drei neuen Veranstaltungssälen in unterschiedlicher Größe. Bis zu 1500 Personen sollen insgesamt Platz finden.

Weiter hinten im Garten soll dann auch Co-Working in den Gemeinschaftsflächen der sogenannten „Weitsichtwerkstätten“ stattfinden. Umgesetzt haben die Ideen der Goodshares GmbH die Architekten Petra Petersson (Realarchitektur) und Mark Neuner (mostlikely architecture).

„Endlich sind wir auf dem Weg zu einem positiven Ende“, meinte Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Präsentation am Montag.

Rechtsstreit

Wie berichtet, hat die Stadt den Pachtvertrag mit dem vormaligen Mieter bereits im Jahr 2012 gekündigt. Dem Betreiber Olaf Auer wurde vorgeworfen, das Areal verfallen zu lassen. Es folgte ein fünfjährige Rechtsstreit. Er endete im März 2017 mit der Zwangsräumung.

Nun möchten die neuen Betreiber so schnell wie möglich loslegen. Noch heuer wollen sie um die Baugenehmigung ansuchen. Geplanter Baustart ist Mai 2019. Die Eröffnung ist dann für April 2021 angedacht. Die Gesamtkosten beziffert Rohla vorläufig mit zehn bis 20 Millionen Euro.

Derzeit wird das Areal noch von der Arbeitsgruppe Luftschloss genutzt, die ein Café betreiben sowie regelmäßige Events organisieren. Darunter der Spritzweindonnerstag. Freunde der Arbeitsgruppe Luftschloss sollten in den nächsten drei Monaten noch einmal vorbeischauen. Denn ihre Zwischennutzung endet mit 15. Oktober.

Von Alina Neumann und Anna-Maria Bauer