"Heute wird gesoffen": Soldat eskaliert vor tausenden Football-Fans

Alkohol im Dienst, Drohungen und ein verstörender Waffen-Vorfall – ein Football-Spiel in Wien hatte für einen Bundesheer-Wachtmeister ein Nachspiel.
Viking Fans

Es war ein echtes Football-Fest: das Spiel der Vienna Vikings gegen die Paris Musketeers. Mehr als 11.000 Besucher feierten die Sportler am 7. September 2024 in der Wiener Generali-Arena, darunter auch das Bundesheer. Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) drückte den Vikings die Daumen, die Gardemusik spielte auf.

Doch wie sich nun herausstellte, war das Halbfinalspiel der European League of Football von einem Skandal überschattet, der die Armee intern einige Zeit beschäftigte. In der unrühmlichen Hauptrolle: ein Wachtmeister im Dienst, der sich bei dem Event als Kommandant von 36 Soldaten massiv betrunken hatte.

Dass er die Armee bei dem Spiel nicht repräsentieren, sondern anderes im Sinn hatte, soll der Unteroffizier rasch kundgetan haben. „Heute wird gesoffen“, soll er laut Zeugen getönt haben. Er machte seine Ankündigung wahr und trank. Anscheinend wollte er sich aber nicht alleine betrinken und forderte einen Rekruten auf, ebenfalls Bier zu trinken – der Muslim lehnte ab.

Dann eskalierte die Lage: Der Soldat wurde ausfällig. Er soll unter anderem Security-Mitarbeiter, die auf den betrunkenen Wachtmeister aufmerksam wurden, massiv beschimpft haben („Ich stampf euch hier ein, ihr Missgeburten“).

Waffe in den Mund gesteckt

Der Soldat ließ sich nicht beruhigen und randalierte weiter. Zuschauer filmten den Mann, wie er sich schließlich seine (ungeladene) Dienstwaffe im Lederhalfter mit der Mündung voran in den Mund steckte.

Dann ging es weiter: Als das Spiel beendet war, wollte ein Rekrut den Wachtmeister zur Kaserne chauffieren. Doch dieser lehnte ab und setzte sich schwer alkoholisiert ans Steuer eines Heereskraftfahrzeugs. Beim Ausparken soll der Unteroffizier schließlich ein ziviles Auto touchiert haben.

Schließlich wurden auch die Militärpolizei und die Exekutive auf den Bundesheerangehörigen aufmerksam. Die Militärpolizei stattete dem Wachtmeister einen Besuch ab, als er in der Kaserne seinen Rausch ausschlief. Dabei wurde festgestellt, dass sich sein Sturmgewehr in einem nicht abgeschlossenen Spind befand. Seine Dienstwaffe, die sich in einem Rucksack befand, hatte er überhaupt in der Öffentlichkeit vergessen.

„Einmaliger Ausrutscher“

Der Wachtmeister, der kurz nach dem Vorfall des Dienstes enthoben wurde, musste sich schließlich vor der Disziplinarkommission verantworten. Dort gestand er seine Fehler ein und entschuldigte sich. Er wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.400 Euro verurteilt.

Im Bundesheer darf der Unteroffizier weiter bleiben. Ein vorgesetzter Offizier bescheinigte dem Mann, dass er „ein guter und treuer Soldat“ sei. Es soll sich um einen „einmaligen Ausrutscher“ gehandelt haben.

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