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Chronik | Wien
05/17/2019

Brand in Simmering: Erste Bewohner dürfen in ihre Wohnungen

Das Betretungsverbot für eine Stiege wurde am Freitag aufgehoben. Bürgermeister Michael Ludwig lobte die Einsatzkräfte.

Bürgermeister Michael Ludwig hat am Freitag am Simmeringer Enkplatz gemeinsam mit der Bauinspektion das Betretungsverbot für die Stiege 2 aufgehoben. Allerdings dürfen sie die Wohnungen nur über die Simmeringer Hauptstraße betreten werden. Der Zugang vom Enkplatz bleibt nach wie vor gesperrt.

Die Bewohner stießen spontan ein lautes „Danke“ in Richtung der Baufirmen und der Baupolizei aus.

Bürgermeister Michael Ludwig bedankte sich beim Lokalaugenschein bei den Einsatzkräften, die bei einem der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen 20 Jahre „großartig zusammengearbeitet“ hätten. Er betonte, dass Wien gezeigt habe, dass es bei so einer Katastrophe „besser reagieren kann als andere Städte“.

Walter Hillerer, Chef der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt, hält weiter am ursprünglichen Plan fest, dass alle nicht zerstörten Wohnungen in drei bis vier Wochen wieder beziehbar sein sollen. Bisher wurde der Fahrplan jedenfalls eingehalten.

Ersatzwohnungen

Bereits am Dienstag hatte die Gruppe Sofortmaßnahmen angekündigt, dass Ende der Woche die Stiege 2 wieder bewohnbar sein würde. Die 20 Wohnungen jener ersten 42 Bewohner, die am Freitag wieder in ihr Zuhause zurückkehren durften, befinden sich in einem Bauteil im Hof, der vom verheerenden Brand nicht betroffen war.

Bereits am Dienstag wurden von den Bewohnern der zerstörten Dachgeschoßwohnungen mögliche Ersatzwohnungen besichtigt, die von Wiener Wohnen vermittelt wurden. Insgesamt sind 31 dieser Anfragen eingelangt. Für einen betroffenen Rollstuhlfahrer wurde ein barrierefreies Hotel organisiert, die Unterbringungskosten werden durch ein Sofortbudget der Stadt gedeckt.

Laut Ludwig sollen nur „wirklich sichere“ Wohnungen freigegeben werden, weil es durch Feuer und Löschwasser statische Verschiebungen gegeben habe. Das Holen von Sachen sei – unter Begleitung – möglich.

Die Suche nach der Brandursache geht weiter; ob das völlig zerstörte Dachgeschoß wieder aufgebaut wird, ist noch unklar.