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Chronik Wien
08/11/2021

Betrugsverdacht im Hotel Sacher: Eine Million Euro ist weg

Frau soll sich selbst Geld überwiesen haben, ihr Sohn lebte über seine Verhältnisse. Schaden beträgt mehr als eine Million Euro.

Eine ehemalige Mitarbeiterin eines Wiener Nobelhotels Sacher muss sich am kommenden Dienstag wegen Untreue vor Gericht verantworten. Die Frau soll neun Monate lang regelmäßig Geld vom Konto des Unternehmens auf ihr eigenes überwiesen haben. Die 49-Jährige steht im Verdacht, dadurch mehr als eine Million Euro Schaden verursacht zu haben. Sie zeigte sich im Ermittlungsverfahren geständig. Sie wollte mit den Geldern ihren Sohn unterstützen.

Der junge Mann lebte im Jahr 2020 über seine Verhältnisse und bat seine Mutter laut Anklage täglich um Geld. Er dürfte seine Mutter angelogen und behauptet haben, er schulde mehreren Leuten Geld oder dass er deshalb ernstlich bedroht werde.

Aus Angst, dass ihrem Sohn etwas zustoßen könnte, half die Frau immer wieder mit Geldbeträgen aus.

Geld von Geschäfts- auf Privatkonto

Als ihre eigenen Reserven aufgebraucht waren, vergriff sich die 49-Jährige laut Anschuldigungen am Geschäftskonto und überwies erstmals im April 2020 Gelder auf ihr Privatkonto. Bis Ende 2020 geschah das insgesamt sechs Mal. Am Ende betrug der Gesamtschaden 1.076.850,29 Euro. Weil sie ihrer Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte, versorgte sie auch diese finanziell.

Im Jänner 2021 fiel der Bank des Hotels die unrechtmäßigen Überweisungen auf und informierte die Geschäftsleitung des renommierten Betriebs. Angesprochen auf die Unregelmäßigkeiten, gab die 49-Jährige sofort alles zu. Sie habe aufgrund privater Probleme keinen anderen Ausweg mehr gesehen.

Die Frau war immerhin mehr als 30 Jahre in dem Unternehmen angestellt, sie hatte gleich nach der Schule eine Stelle übernommen. Das Dienstverhältnis wurde schlussendlich einvernehmlich aufgelöst und eine vollständige Schadenswiedergutmachung vereinbart.

Die bisher unbescholtene Frau muss sich nun kommende Woche wegen Untreue vor Gericht verantworten. Aufgrund der hohen Schadenssumme droht der 49-Jährigen eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren.

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