Benefizabend für ausgebrannte Kabarettbühne Gruam in der Donaustadt

Benefizabend für ausgebrannte Kabarettbühne Gruam in der Donaustadt
In der „kleinsten Kabarettbühne Wiens“ begann ein Heizkörper zu brennen. Am Mittwoch gibt es einen Benefizabend.
Von Uwe Mauch

Robert Mohor sitzt im ebenso legendären Café Falk am Kagraner Platz und hat inzwischen seine Fassung wieder gefunden. In den Morgenstunden des 23. November, erzählt er, hatte er einen Anruf der Polizei erhalten – mit dem Hinweis: „In der ,Gruam’ brennts.“

Die „Gruam“ im Souterrain des Zinshauses Wagramer Straße 109 gilt als die „kleinste Kabarettbühne Wiens“. Hier ist Thomas Stipsits zum ersten Mal in Wien aufgetreten, ebenso Peter Klien. Lokale Größen wie Klaus Eckel und Pepi Hopf haben etliche Vorpremieren gespielt. „Das war surreal“, erzählt der Obmann des Kulturvereins C7 über den Lokalaugenschein in seinem Lebenswerk: „Alles war schwarz, verkohlt, noch heiß, und es hat gestunken wie in einer Selchkammer.“ 

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Benefizabend für ausgebrannte Kabarettbühne Gruam in der Donaustadt

Vor mehr als zwanzig Jahren hat der gelernte Radio-Fernseh-Techniker und Kulturvermittler mit sechs anderen Enthusiasten (deshalb C7) die Spielstätte mit wenig Eigenmittel, aber viel Enthusiasmus eingerichtet. An 2.000 Abenden wurde seither in der „Gruam“ vor maximal 30 Gästen Kabarett gespielt. Mohor sagt: „Ich war an den meisten Abenden dabei, wir sind hier fast wie eine Familie.“ Er selbst war vom Booking bis zur Begrüßung der Gäste für vieles und noch mehr verantwortlich.

Nur kurz packte den 62-jährigen Ur-Kagraner der Gedanke, in Anbetracht der Zerstörung alles hinzuwerfen: „Ja, ich ging hart mit mir ins Gericht.“ Aber dann packte ihn die Ehre: „Ich habe mir gesagt: Nein, so trittst du nicht ab.“

Benefizabend für ausgebrannte Kabarettbühne Gruam in der Donaustadt

So sieht es in der Gruam nach dem Brand aus. 

Zusätzlich motiviert hat ihn die breite Solidarität unter den Künstlern sowie den Vereinigten Kabarettbühnen Wiens, die seit der Pandemie versuchen, mehr mit- als gegeneinander zu arbeiten.

Karten ab 35 Euro

Gemeinsam hat man binnen weniger Tage eine Benefiz-Veranstaltung mit etlichen namhaften Kabarettisten und Musikern organisiert – am Mittwoch ab 19 Uhr in der „Kulturgarage“ in der Seestadt. Es gibt noch Karten zu 35 Euro (Infos: www.donaustadthilft.wien).

„Diese Solidarität war für mich überwältigend“, sagt „Gruam“-Mitbegründer Mohor im Café Falk. Und er hofft auf eine baldige Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: „Im Moment sind noch die Versicherungen am Zug. Aber wenn alles gut geht, dann können wir im September in die neue Saison starten.“

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