Chronik | Wien
26.02.2018

Baustellen in Wien: Securitys müssen Ziegelsteine bewachen

Der nächste Sommer wird in Wien doch nicht ganz frei von Baustellen bleiben. Aufpasser sollen die Bauarbeiten aber vor Demonstranten schützen.

Noch vor einem Jahr wurde seitens der Verantwortlichen bei der Stadt Wien erklärt, dass es im Sommer 2018 wegen der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs keine Baustellen geben würde – eine Meldung, die der Baustellenkoordinator Peter Lenz nun dem KURIER gegenüber relativiert.

Natürlich würde man alles dafür tun, dass die vielen Staatsgäste, die vom 1. Juli bis Jahresende erwartet werden, Wien von seiner schönsten, baustellenfreien Seite sehen können. Ganz ohne Straßenbauarbeiten kommt man aber trotz des hohen Besuchs nicht aus. "Die Strecke zwischen dem Flughafen Wien-Schwechat und dem Austria Center soll gut passierbar sein. Dort werden viele Staatsgäste in Konvois mit der Polizei entlangfahren. Straßenabschnitte, die nicht als Anreisewege genutzt werden, werden im kommenden Sommer aber schon umgebaut", sagt Lenz.

So sollen beispielsweise am Äußeren Gürtel wieder abschnittsweise Spuren gesperrt werden. Die Wiener Linien müssen Gleisbauarbeiten durchführen. Außerdem gibt es Arbeiten in der Hadikgasse in Penzing und in der Währinger Straße. "Das sind Projekte die lange geplant waren. Sie beeinflussen die Abläufe der Veranstaltungen aber nicht", betont Lenz.

Bauarbeiten zu Ostern

Auch am Ring haben die Wiener Linien 2018 noch zu tun: Weil die Straße aber im Sommer frei bleiben soll, werden die großen Gleisbauarbeiten schon rund um Ostern und Pfingsten stattfinden. "Das sind Zeiträume, in denen es verhältnismäßig wenig Verkehr gibt. So sollen Verzögerungen für die Autofahrer vermieden werden", sagt der Baustellenkoordinator.

Während der Ratspräsidentschaft soll es, laut dem derzeit ausgearbeiteten Sicherheitskonzept, außerdem Sperrzonen rund um das Austria Center in der Donaustadt und auch rund um verschiedene Hotels geben. Da sich einige Baustellen an Gebäuden aber nicht vor der EU-Ratspräsidentschaft abschließen lassen – wie beispielsweise der Umbau des Parlaments – gilt es dort, sehr strenge Sicherheitsauflagen zu erfüllen.

Teilweise müssen sogar Security-Mitarbeiter die Baustellen rund um die Uhr bewachen. "Da muss aufgepasst werden, dass nicht ein Demonstrant zum Beispiel einen Ziegelstein greift, ihn nach Staatsgästen wirft und sie damit ernsthaft in Gefahr bringt", sagt Lenz.

Die große "Stau-Wahnsinn" bleibt den Wiener Autofahrern also heuer offensichtlich erspart. Zeit, um Ruhe für 2019 zu tanken, denn dann kommt der U2/U5-Ausbau auf Wien zu. Der Spatenstich soll im Herbst 2018 erfolgen. Ab dann werden bis zur Fertigstellung 2026 immer wieder große Bauarbeiten auf die Wiener zukommen. "Das wird groß", sagt der Baustellenkoordinator.