Bahnhof Floridsdorf: Bezirkschef fordert Kameras und mehr Polizei

Videoüberwachung für Franz-Jonas-Platz ist für Bezirksvorsteher Georg Papai nur "erster Schritt".
Alkoholverbot, Franz Jonas Platz, Floridsdorf, Alkohol

In der Vorwoche sprach sich das Bezirksparlament von Floridsdorf mit großer Mehrheit für eine Videoüberwachung im Umfeld des Bahnhofs Floridsdorf und am Franz-Jonas-Platz aus. „Zur Stärkung der Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsgefühls“, wie der Text der Resolution lautete. Nach dieser Willensbekundung, die sich an das zuständige Innenministerium richtete, formulierte Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) nun weitere Wünsche in diese Richtung.

Unter dem Motto „Videoüberwachung ist kein Ersatz“ forderte der Bezirkschef – wieder einmal – mehr Einsatzkräfte für den 21. Bezirk. „Für mich ist völlig klar, diese Resolution ersetzt nicht meine langjährige Forderung nach mehr Polizisten in Floridsdorf.“

Zu wenige Planstellen

So habe sich nämlich die Ausgangslage nicht geändert: Zwischen Planstellen und tatsächlich im Dienst befindlichen Beamten klaffe eine deutliche Lücke, so Papai. „Laut einer parlamentarischen Anfrage von November 2025 gibt es in Floridsdorf zwar 248 Planstellen, aber tatsächlich sind nur 177 Polizisten im Bezirk im Einsatz. Das heißt, jeder fünfte Polizist existiert nur auf dem Papier.“

Zudem habe sich jüngst herausgestellt, dass im Nachtbetrieb sogar einer der sechs in Floridsdorf stationierten Dienstwägen stehen bleiben müsse, weil nicht ausreichend Personal vorhanden sei, skizziert Papai. Auch im nationalen Vergleich gebe es im Flächenbezirk zu wenig Sicherheitsbeamte: „Hochgerechnet kommen pro 100.000 Einwohner nur 96 Polizisten zum Einsatz. Zum Vergleich: In Salzburg sind es 272 Beamte, in Linz 268 und in Graz 208.“

Papais Fazit: „Floridsdorf ist prinzipiell sicher, und eine Maßnahme wie die Videoüberwachung im Umfeld des Floridsdorfer Bahnhofs kann hier eine gute Unterstützung sein. Aber eben nur eine Unterstützung und punktuell begrenzt.“ Denn mehr sichtbare Polizei stärke das Vertrauen der Menschen und entlaste auch jene, „die tagtäglich für unsere Sicherheit im Einsatz sind“.

Hintergrund ist, dass die gewünschten Kameras so schnell gar nicht kommen dürften: Da der Franz-Jonas-Platz erst 2029 umfassend umgestaltet werde, würde die Videoüberwachung wohl erst mit der Fertigstellung realisiert werden.

Alkoholverbot greift

Was es beim Bahnhof Floridsdorf allerdings schon gibt: Im Februar 2025 trat dort ein Alkoholverbot in Kraft. Das Verbot habe laut Resolution des Bezirksparlaments bereits zu einer „spürbaren Entspannung“ der Situation beigetragen. Allerdings ist es auch zu einer Verlagerung des Problems gekommen – rüber zum „Spitz“ vor die Bezirksvorstehung.

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