Kurioser Vorfall in Wien: Lenkerin hielt Dieb für Opfer und nahm ihn mit
Als die Polizei eine Rauferei zwischenzwei Teenagern schlichten wollte, wurden zwei Beamte verletzt (Symbolbild).
Eine Autolenkerin hat einen von mehreren Mitarbeitern verfolgten Ladendieb am Sonntag in Donaustadt für ein Opfer gehalten und in ihr Fahrzeug gelassen, um ihm zu helfen.
Von dem vorangegangenen Diebstahl wusste sie nichts, betonte Polizeisprecher Philipp Haßlinger. Ein weiterer Zeuge des Vorfalls stellte sein Fahrzeug quer und hinderte die Frau so daran, mit dem 19-jährigen Verdächtigen wegzufahren. Polizisten brachten die Situation schließlich unter Kontrolle.
Der 19-Jährige hatte kurz nach 16 Uhr einen Energydrink in einer Tankstelle gestohlen und war den Mitarbeitern bereits wegen früherer Taten bekannt. Sie nahmen die Verfolgung auf und hielten ihn in der Donaustadtstraße fest. Daraufhin schlug der junge Mann auf den Tankstellenbetreiber ein und es kam zu einer Rauferei mit den weiteren Mitarbeitern.
Kuriose Szenen
Die Zeugin sah das und ließ den 19-Jährigen bei sich einsteigen. Als der weitere Autolenker sie mit seinem Fahrzeug daran hinderte, dem Dieb ungewollt zur Flucht zu verhelfen, umringten die Tankstellenmitarbeiter den Wagen mit dem Beschuldigten und der Frau. Sie forderten ihn zum Aussteigen auf, die Lenkerin riet ihm dagegen, in ihrem Auto zu bleiben, berichtete Haßlinger von der kuriosen Situation.
Eine zufällig vorbeikommende Zivilstreife sowie weitere alarmierte Polizeikräfte klärten den Sachverhalt schlussendlich auf. Der 19-jährige Österreicher wurde vorläufig festgenommen und in einen Arrestbereich gebracht. Er ist geständig und wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wien auf freiem Fuß angezeigt. Bei der Auseinandersetzung wurde niemand ernsthaft verletzt, betonte Haßlinger auf APA-Nachfrage.
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