Wie trifft der Mensch finanzielle Entscheidungen?

© Marc Dietrich Fotolia

Australien
03/27/2013

2,8 Mio. Euro: Erbe in Österreich gesucht

Wiener wanderte nach Adelaide aus und hinterließ Millionen. Bisher fand sich kein Erbe.

von Dominik Schreiber

Seit 1990 fahnden die Finanzbehörden in Adelaide (Australien) nach Verwandten eines verstorbenen Wieners – bisher vergeblich. Findet sich nicht bald ein Erbe, fällt das gesamte Vermögen an den Staat Südaustralien. Dabei handelt es sich um Grundstücke im Wert von 3,5 Millionen australische Dollar, das entspricht etwa 2,83 Millionen Euro. Dazu kommen laufende Einnahmen aus einem gemeinnützigen Fonds.

Wer glaubt, mit Aron Feldmann verwandt zu sein, sollte sich deshalb an die südaustralische Landesregierung wenden. Laut der Lokalzeitung Adelaide Now ist Feldmann (Jahrgang 1903) gebürtiger Wiener und musste als Jude möglicherweise während des zweiten Weltkriegs seinen Namen wechseln. In Australien kam er 1950 an und heiratete, doch seine Frau starb vor ihm.

In Adelaide erwarb sich Feldmann einen Ruf als kontroversieller Charakter. Er hatte verschiedenste Auseinandersetzungen im Gerichtssaal, wurde im Casino gesperrt und versperrte eine nahe Zufahrtsstraße mit Felsen, um den Verkehr zu blockieren.

Feldmann war aber auch ein hervorragender Geschäftsmann und handelte mit Grundstücken. Bei seinem Tod waren diese zwei Millionen australische Dollar wert. Doch in den vergangenen 23 Jahren verdoppelte sich der Wert. Auch sein Haus in Adelaide im noblen Viertel Glengowrie – rund zwei Kilometer vom Meer entfernt – gehört zu dem Erbe.

Nur Blutsverwandte

Mehrere Verwandte meldeten sich in den Jahren danach und erhoben Ansprüche auf das Erbe, doch das State Gouvernement erkannte sie nicht an. „Keine Blutsverwandtschaft“, lautete das Resümee in allen Fällen.

Vorerst werden die Gewinne aus den Grundstücken in einen Fonds eingezahlt. Damit werden verschiedene Programme in der Stadt finanziert. „Wenn sich ein Erbe findet, dann erhält dieser das Geld aus diesem Fonds auch noch dazu“, sagt der zuständige Finanzminister Michael O’Brien laut australischen Medien. Doch vorerst bleibt das höchste zu erbende Vermögen in Südaustralien unangetastet.

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