Chronik | Wien
26.06.2017

Aufregung um stillende Frau in Schönbrunner Bad

Frau stillte ihr zwölf Wochen altes Baby im Restaurant des Bades und wurde hinauskomplimentiert.

Stillen im öffentlichen Raum – geht das oder geht das nicht? Dieses Thema ist immer wieder Anlass für hitzige Debatten. Aktuell sorgt ein Vorfall im Schönbrunner Bad in den sozialen Medien für Aufruhr.

Was war passiert? Ein Mann beschwerte sich auf seiner Facebookseite darüber, dass seiner Freundin vergangenen Freitag im Restaurant des Privatbades das Stillen untersagt worden war. Ein Kellner habe die junge Familie darauf hingewiesen, dass Stillen im Restaurant nicht gestattet sei; das sei "eine Anweisung des Managements", soll der Kellner gesagt haben. Der Mann und seine Freundin hätten daraufhin die Essensbestellung zurückgezogen und das Lokal verlassen. „Moralisch und menschlich gesehen ist dieses Verhalten in jedem Fall aufs Strengste abzulehnen“, schrieb der Mann in seinem Post weiter.

"Kein generelles Stillverbot"

In einer Stellungnahme erläuterte das Restaurant-Team dann, dass es kein generelles Stillverbot gebe. Man bitte nur um gewisse Diskretion. Die Restaurantleitung habe die Besucher nur ersucht, das Baby nicht allzu freizügig zu stillen. Zudem sei der Mann nur mit einer Unterhose (Boxershorts, Anm.) bekleidet gewesen - und das sei keine "badetaugliche Bekleidung", wie sie es im ganzen Schwimmbad Vorschrift sei.

Das tue nichts zur Sache, außerdem habe er sich sofort eine lange Hose angezogen, erwiderte der Mann. Und seine Freundin sei vollständig bekleidet gewesen.