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Asbest-Belastung auf Straßen wird auch in Wien zum Politikum

Oppositionsparteien fordern lückenlose Aufklärung und flächendeckende Untersuchungen wegen Asbest-Funden.
Johanna Zinkl und Patrick Gasselich stehen an einer Straße bei grüner Ampel unter bedecktem Himmel.

Eine Woche ist es her, dass bekannt wurde, dass auch bei acht Straßen in Wien Asbest-Asphalte gefunden wurden. Seither bestimmt das Thema zunehmend die Stadtpolitik.

Wie Analysen von Greenpeace ergaben, wurde etwa bei der Rosenhügelstraße an der Grenze zwischen Hietzing und Liesing „nahezu reiner, hoch krebserregender Amphibolasbest“ nachgewiesen. Das ruft nun die ÖVP in den betreffenden Bezirken auf den Plan, die eine „lückenlose Aufklärung“ fordert. „Wenn es um die Gesundheit und Sicherheit von Kindern und Familien geht, darf es keinerlei Verzögerungen geben“, sagt Hietzings Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl. Lange Wartezeiten bei der Auswertung der Testergebnisse seien für die betroffenen Familien unzumutbar, ergänzt Liesings Bezirksparteiobmann Patrick Gasselich.

Auch die FPÖ meldete sich am Donnerstag zu Wort. Der blaue Umweltsprecher Michael Stumpf forderte eine Offenlegung sämtlicher Lieferketten und Materialherkünfte der vergangenen Jahre sowie flächendeckende Untersuchungen aller Verdachtsflächen in Wien. Die Stadt Wien selbst hatte bereits bei den ersten Verdachtsmomenten reagiert. „Die von Greenpeace vorgebrachten Hinweise auf mögliche Asbestbelastung auf Straßen werden von der Stadt Wien selbstverständlich ernst genommen und sorgfältig geprüft“, hielt der stellvertretende Leiter der MA 28, Wolfgang Ablinger, damals fest.

Seitenhieb

Zudem habe man ein neues, klares Prozedere eingeführt: Bei jedem Straßenbauprojekt der MA 28, bei dem ein Straßenaufbruch erfolgt, wird im Rahmen der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen der bestehende Straßenkörper auf das Vorhandensein von Asbest hin untersucht. Greenpeace lobte die Stadt für die „die schnelle Reaktion und gesetzten Maßnahmen“. Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams bei Greenpeace Österreich, konnte sich einen Seitenhieb auf das Burgenland nicht verkneifen. Dort sollte man sich ein Beispiel an Wien nehmen, wie er sagte.

Die Wiener Grünen forderten indes von der rot-pinken Stadtregierung einen Plan, wie sie die wiederkehrenden gesundheitsschädlichen Belastungen durch Straßenstäube systematisch erfasst, überprüft und beseitigt.

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