Chronik | Wien
08.08.2017

Artenschutz: Immer mehr Tiere leben am Wiener Bisamberg

Von Admiralfalter bis Ziesel: Die Kooperation mit den örtlichen Weinbauern funktioniert, der Bisamberg ist Lebensraum für gefährdete Tierarten.

Die Liste reicht von A wie Admiralfalter bis Z wie Ziesel: Der Bisamberg, vor allem bekannt als beliebtes Ausflugsziel und Weinbaugebiet, bietet zahlreichen geschützten Tierarten Platz. Dass das Areal diesen Lebensraum bietet, führen die Experten der Wiener Umweltschutzabteilung, der MA22, auch auf die gute Kooperation mit den ansässigen Winzern zurück: Um die Umwelt zu schützen, wird mehr Bio-Weinbau betrieben. Zudem werden mittlerweile größere Grünflächen zwischen den Rebstock-Reihen freigelassen, um den Tieren mehr Lebensraum zu bieten.

Insgesamt leben mehr als 8500 Ziesel im gesamten Wiener Stadtgebiet – das sind rund 30 Prozent der österreichischen Ziesel-Gesamtpopulation. Drei Viertel aller Wiener Ziesel wiederum leben auf dem Bisamberg. Zwischen den Weinfeldern finden die scheuen Nager Schutz für ihre bis zu eineinhalb Meter tiefen Baue.

Bekannt sind die nach EU-Recht streng geschützten Tiere vor allem durch den Widerstand von Naturschützern gegen Bauvorhaben südlich des Heeresspitals in Floridsdorf, die wegen der dort ansässigen Ziesel aufgehalten wurden.

Der Schutz der Ziesel steht auch weiterhin im Vordergrund: "Derzeit ist es wichtig, noch mehr freie Grünflächen zu schaffen, um den Zieselpopulationen mehr Kontakt zueinander zu ermöglichen", sagt Bernhard Kromp vom Forschungsinstitut Bio Forschung Austria. Dazu seien weitere Begrünungsmaßnahmen und Kooperationen mit den Bauern nötig.

Aber auch viele andere Tierarten leben am Bisamberg – etwa zahlreiche gefährdete Insekten wie beispielsweise der Admiralfalter. Zudem kann man beim Wandern durch das Naturschutzgebiet auf Hasen und Rehe treffen. "Letztere lieben die Bio-Trauben der Winzer besonders, was wohl der einzige Konfliktpunkt zwischen Landwirtschaft und dem Artenschutzprojekt ist", scherzt Harald Gross von der MA22. Ebenfalls am Bisamberg heimisch: Hamster, das Nachpfauenauge, oder – wohl etwas weniger beliebt als die Ziesel – die Roten Röhrenspinnen.

Konstantin Auer