APA-Turm verfällt seit Jahren, jetzt gibt es neue Pläne

Das Grätzel um den desolaten APA-Turm soll wieder ein lebendiger Stadtteil werden - inklusive Street Art.
Im Vordergrund verlaufen Bahngleise, dahinter stehen Gebäude, darunter ehemalige APA-Haus.

Ein schöner Anblick ist es nicht, das seit 21 Jahren leer stehende APA-Hochhaus in der Gunoldstraße in Döbling. Das soll sich nun aber ändern.

Das 2,5 Hektar große Gebiet soll zu einem „lebendigen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten“ entwickelt werden, wie die Stadt Wien und Grundstückseigentümer BUWOG bekannt gaben.

Für den Startschuss des Planungsprozesses hat man sich mit der Wiener Streetart-Organisation Calle Libre zusammengetan. Auf der Westseite des APA–Turms wird derzeit ein Gerüst aufgebaut, damit anschließend das größte Wandgemälde Österreichs auf die Fassade gemalt werden kann.

Bild für Toleranz und Offenheit

Der spanische Urban Street Artist Okuda San Miguel soll den 52 Meter hohen Turm mit einem Bild, das für Vielfalt, Toleranz und Offenheit steht, verzieren. „Ich habe dafür eine Komposition entworfen, die von Farbe, abstrakter Geometrie und Dekonstruktion geprägt ist“, erklärt er. „Ich lade die Bevölkerung dazu ein, den städtischen Raum damit aus einer neuen, lebendigen und spannenden Perspektive zu betrachten.“ 

Das ehemalige Gebäude der APA sei bewusst ausgewählt worden, sagt Jakob Kattner, Kurator und Vorstandsvorsitzender von Calle Libre, denn „wo früher Nachrichten produziert und verbreitet wurden, trägt bald eine Fassade im öffentlichen Raum eine Botschaft nach außen“.

Die BUWOG verstehe sich seit jeher als Förderin von Kunst und Kultur, wie Geschäftsführer Andreas Holler, sagt. Die Freude sei groß, „dass wir einem Künstler und zugleich gesellschaftlich relevanten Themen eine Plattform geben“. Die Kunst sei zudem für die Öffentlichkeit frei zugänglich und diesem Fall von weithin sichtbar.

Noch drei Wochen

Bis zur Fertigstellung des Gemäldes auf den 1.100 Quadratmetern wird es rund drei Wochen dauern.

Am 7. Mai ist es dann soweit, dann wird die Komposition gemeinsam mit einem Beteiligungsevent für Bürgerinnen und Bürger eröffnet. Angeboten werden an diesem Tag Führungen durch das Areal, sowie Info-Stände und Gespräche mit Expertinnen und Experten. Dabei können Interessierte ihre Ideen und Vorschläge für den südlichen Teil des Stadtquartiers Muthgasse einbringen (siehe auch Infobox). Neben der angedachten Wohnungen und Arbeitsstätten soll auch ein urbaner Platz mit einer Grün- und Freiraumgestaltung entstehen.

„Dieser Leerstand begleitet mich fast mein ganzes Stadträtinnen-Dasein, umso mehr freue ich mich, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache und ins Grätzl kommt“, so Ulli Sima (SPÖ), Stadträtin für Stadtentwicklung. Erfreut zeigt sich auch NEOS-Planungssprecherin Selma Arapović. Als Architektin habe es ihr „fast ein bisschen im Herzen wehgetan, wenn ich am APA-Turm vorbeigefahren bin: So viel ungenutzter Platz, so viel grauer Beton im Dornröschenschlaf. Umso mehr freue ich mich, dass wir diesen Elefanten im Raum jetzt endlich ansprechen und angehen.“

Einen Aufbruch spürt Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP). Er werde die nächsten Planungsschritte „selbstverständlich begleiten“.

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