Chronik | Wien
06.03.2018

Wien: Anwalt soll Tippgeber bei Gold-Coup sein

Der Mann soll den Tätern verraten haben, wo das Gold in der Wohnung seiner Bekannten versteckt ist.

Bereits seit mehreren Tagen sitzt ein Wiener Rechtsanwalt in Untersuchungshaft, weil er Einbrechern Tipps zu einem Coup gegeben haben soll. Die Tat ereignete sich bereits im vergangenen Herbst.

Der Anwalt sei regelmäßig mit einer älteren Dame in die Oper gegangen. Angeblich, weil die beiden die Liebe zur Kultur verband. Die späteren Einbrecher kannte der 41 Jahre alte Rechtsbeistand aus beruflichen Gründen. Er soll von den Rumänen unter Druck gesetzt worden sein und schließlich Details über die Wohnung seiner Bekannten ausgeplaudert haben.

Einbruch während Opernbesuch

Bei einem ersten Einbruch fanden die Täter jedoch keine Wertsachen und zogen ohne Beute wieder ab. Während der verdächtige Anwalt mit dem Opfer in der Oper war, starteten die Männer einen zweiten Coup und erbeuteten mehrere Goldbarren – der Anwalt soll ihnen zuvor gesagt haben, wo diese zu finden sind. Die Rumänen sind dann vermutlich mit der Beute in ihrem Heimatland abgetaucht.

Obwohl die Fakten des Falls bereits mehreren österreichischen Journalisten bekannt waren, ging niemand damit an die Öffentlichkeit, weil dies die Ermittlungen und die Fahndung im Ausland gefährdet. Nun berichtete aber die Kronen Zeitung in ihrer Dienstag-Ausgabe darüber. Bei dem Anwalt handelt es sich um einen ehemaligen Rechtsvertreter eines prominenten Angeklagten im derzeit laufenden Buwog-Verfahren. Eine Verbindung zwischen den Fällen besteht nicht.