Maximilan K. ist in Haft: Die Polizei sucht weitere mögliche Opfer

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Wien
11/23/2013

"Amtsbekannter" Heiratsschwindler festgenommen

Polizei sucht weitere Opfer des Verdächtigen. Er nahm die Namen von bekannten Rechtsanwälten an

von Dominik Schreiber

Humor kann man Maximilian K. nicht absprechen. Er hat nicht nur ein Faible für Frauen (und deren Vermögen), sondern auch für bekannte Rechtsanwälte. So trat er zuletzt als Alexander Rast auf, weil sein Anwalt im letzten Prozess Nikolaus Rast war. Doch auch seinen wirklichen Nachnamen änderte K., ebenfalls nach einem bekannten Juristen. Beide ahnten nichts davon.

Am 23. Oktober wurde K. in Wien-Leopoldstadt (erneut) festgenommen. Er hatte über eine Online-Partnervermittlungsbörse eine Frau kennengelernt. Die beiden planten bereits eine gemeinsame Hochzeit in Italien. Ein Kleid und ein Ring um insgesamt rund 8000 Euro waren bereits bestellt. Auch ein nobles Auto um 55.000 Euro wartete schon seit drei Wochen auf die Abholung. Es sollte für die beiden der Schritt in eine neue gemeinsame Zukunft sein.

Alte Fahndung

Doch Bekannte der Frau wurden misstrauisch, ihnen fielen Ungereimtheiten auf. Irgendwie schien Maximilian K. verdächtig zu sein. Sie suchten nach dem vermeintlichen Ehemann im Internet und fanden ihn auf einem Fahndungsplakat der Polizei. Mit diesem wurde nach ihm vor Jahren wegen mehrfachen Heiratsschwindels gefahndet. Es gab keinen Zweifel, auch wenn dort ein anderer Name zu lesen war. Er hatte sechs Frauen um insgesamt eine halbe Million Euro betrogen, wie das Gericht anschließend feststellte. Im Jahre 2010 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt, heuer aber auf Bewährung nach drei Jahren im Gefängnis vorzeitig entlassen.

Ein Besserung scheinen die drei Jahre hinter Gittern jedenfalls nicht gebracht zu haben. Kurz danach dürfte K. bereits wieder nach neuen Opfern Ausschau gehalten haben.

Bei der Polizei geht man davon aus, dass es noch weitere Opfer geben könnte. Hinweise werden erbeten an das zuständige Stadtpolizeikommando Simmering/Kriminalreferat, (Ansprechpartnerin: Andrea Milak), unter (01) 313 10-996 92 21.