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Alkoholverbot am Westbahnhof: Wenige wissen es, aber alle finden es gut

Seit heute ist das Alkoholverbot am und um den Westbahnhof in Kraft. Schilder tun das Verbot kund, ob sie auch ausreichend gesehen werden, wird sich erst erweisen.
Alkoholverbot am Westbahnhof

Das Alkoholverbot am Westbahnhof ist am heutigen 8. Mai in Kraft getreten. Auch Schilder hängen bereits: vor dem Bahnhof, in der Nähe der Eingänge und bei den Fußgängerübergängen vom Gürtel zum Westbahnhof. Bemerkt haben das noch nicht viele Leute. Zwei Straßenbahnfahrer finden das Verbot grundsätzlich gut - so wie alle der  Befragten.

Alkoholverbots-Schild

Alkoholverbots-Schild 

"Gilt das echt schon ab heute?"

"Ja, ich habe gehört, dass ein Alkoholverbot kommt", sagt der eine Straßenbahnfahrer. "Gilt das echt schon ab heute? Hab ich noch nicht mitbekommen." Und die Verbotsschilder? "Ah, die hab ich noch gar nicht gesehen", sagt der zweite Öffi-Chauffeur. Die Linie, auf der beide fahren, ist die Nummer 5, die bis zum Praterstern geht. "Also dort hat das Verbot echt was gebracht", weiß der erste Fahrer, "am Praterstern war es wirklich schlimm mit dem Alkohol, heute ist es viel besser." Das Alkoholverbot am Praterstern gilt übrigens seit 2018.

Und am Westbahnhof? "Hier war es nie so schlimm wie am Praterstern, aber manchmal gibt"s schon unangenehme Situationen, besonders am Abend." Beide sagen übereinstimmend, dass sie das Verbot auf jeden Fall gut finden.

Straßenbahn am Westbahnhof

Straßenbahn am Westbahnhof: Hier wird es bald ruhiger zugehen, glauben die Straßenbahnfahrer.

Das Verbot finden alle positiv

Das tut auch der Angestellte am Würstelstand. Oft treiben sich schwer alkoholisierte Personen bei seinem Stand herum, "die kommen aber schon mit der Bierflasche." Dass es damit bald vorbei sein soll, sieht er positiv. Fotografieren will er sich aber nicht lassen. Ebensowenig wie die Straßenbahnfahrer zuvor. 

Und auch der nächste Ansprechpartner bei Pizza- und Kebabstand ist fotoscheu. Aber reden mag er schon. "Hier ist es manchmal richtig zugegangen, am Wochenende, am Abend, das war nicht lustig", sagt der Mann, während er den Pizzateig knetet. Dass ein Alkoholverbot kommen soll, das habe er gewusst. Aber auch er hat die entsprechenden Schilder noch nicht registriert. "Ich glaube, es wird angenehmer sein, wenn die Leute hier nicht mehr trinken dürfen, auch für alle anderen", sagt er, lächelt, und knetet die nächste Kugel Pizzateig.

Finde das Schild

Schilder und Plakate wohin das Auge blickt: Ob die Alkoholverbotsschilder wohl gesehen werden?

Um sechs Uhr am Westbahnhof ...

Auch die Taxilenker vor dem Westbahnhof freuen sich auf weniger Betrunkene. "Sie sollten mal um sechs Uhr früh hier vorbeischauen", sagt einer und zeigt auf den Gehsteig, "da liegen sie um die Zeit noch mit der Flasche herum, die Sandler." Das Verbot, von dem sie auch wussten, halten auch die Taxler für sinnvoll. So richtig Schlimmes sei zwar nie passiert, aber wenn keine Betrunkenen mehr am Gehsteig liegen, sei das auch für ihre Kundschaft angenehmer. Die Schilder sind aber auch den Taxilenkern noch nicht aufgefallen. 

Taxistand Westbahnhof

Taxistand am Westbahnhof: Um sechs Uhr morgens gebe es hier viele Betrunkene, sagen Taxilenker.

Wenig Polizei

Mehr Polizeipräsenz ist in diesen ersten Stunden des Alkoholverbots am Westbahnhof nicht zu bemerken. Zwei Polizisten stehen an einem Ausgang der U6 neben einem Notarztfahrzeug, sie haben augenscheinlich gerade anderes zu tun. Zwei andere Polizisten patrouillieren durch die Einkaufsmall im Bahnhof. Was an diesem Ort jedenfalls optisch mehr auffällt als das neue Alkoholverbot, ist der nahende Song Contest.

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