Alkoholverbot und Schutzzone: Sicherheitsoffensive an der U6
Kontrollen am Westbahnhof.
Nachdem am Praterstern 2018 und der Franz-Jonas-Platz 2025 zur Alkoholverbotszone wurden, setzt die Stadt Wien nun am Westbahnhof diese Maßnahme. Im Rahmen des Projekts „Koordiniert. Konsequent. Gemeinsam.“ wollen Politik und Polizei damit die Situation am Westbahnhof in den Griff bekommen. Das Verbot wird schon am 8. Mai inkrafttreten.
Außerdem wird im Bereich des Franz-Imhoff-Parks nahe der U6-Station Gumpendorfer Straße eine Schutzzone eingerichtet.
Diese Maßnahmen seien nötig, um Gewalttaten vorzubeugen und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern, wie Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Montag bei der Vorstellung der Sicherheitsoffensive betonte.
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Am Westbahnhof ist vor allem übermäßiger Alkoholkonsum von teils obdachlosen Menschen in den vergangenen Monaten zu einem großen Problem geworden. Deshalb wird künftig am Europaplatz, rund um das Stationsgebäude der Wiener Linien, im Helga-Pollak-Kinsky-Park und am Christian-Broda-Platz der Konsum von Alkohol verboten sein. Die Polizei will in diesen Bereichen auch verstärkt Präsenz von Uniformierten zeigen, um gegen Verstöße vorzugehen.
Drogenproblematik
Während es beim Westbahnhof der Alkohol ist, der für Probleme sorgt, sind es im Bereich des Franz-Imhoff-Parks vor allem Drogen. Durch die Nähe zum Suchthilfezentrum an der Gumpendorfer Straße hat sich die Drogenszene dort verfestigt und rund um den Park wird gedealt. Durch die neue Schutzzone ist es für die Polizei einfacher, Platzverweise und Betretungsverbote für bis zu 30 Tage auszusprechen.
Beim Pressetermin, zu dem die Stadt Wien gemeinsam mit der Polizei geladen hatte, betonte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) die gute Zusammenarbeit: „Diese partnerschaftliche Kooperation ist der Schlüssel. Wir bündeln unsere Kräfte, stimmen uns laufend ab und handeln gemeinsam im Interesse der Wienerinnen und Wiener. Sicherheit entsteht dort, wo alle an einem Strang ziehen. So sichern wir nicht nur die Lebensqualität im öffentlichen Raum, sondern stärken auch das, was Wien ausmacht - das respektvolle Miteinander in unserer Stadt.“
Bei der U6-Station Gumpendorfer Straße werden auch seitens des Bezirks Maßnahmen gesetzt:
- Überarbeitete Reinigungs- und Grünschnittpläne
- Ausgabe von Spritzen-Entsorgungsbehältern an Klienten der Suchthilfe Wien und gezielte Sensibilisierung der Klienten selbst
- Unterstützung bei der Beseitigung von infektiösem Material durch die Soziale Arbeit der Suchthilfe Wien
- Gestalterische Maßnahmen im Fritz-Imhoff-Park zur besseren Durchmischung beim Aufenthalt unterschiedlicher Nutzergruppen.
- Im Fritz-Imhoff-Park mit seinem Kinderspielplatz wird ein zusätzlicher Zaun künftig auch eine Nachtsperrung ermöglichen und so dazu beitragen, dass der Park tagsüber ein geschützter, einladender Ort für Familien, Kinder und Jugendliche bleibt.
Und auch die Wiener Linien haben Maßnahmen gesetzt. Bei der Gumpendorfer Straße werden künftig mehr Sicherheitsmitarbeiter unterwegs sein.
Außerdem wird ein mobiler Arbeitscontainer für die Polizei eingerichtet, weil die nächste Inspektion in größerer Distanz liegt. Nicht genutzte Durchgänge wurden bereits vergittert und unzugänglich gemacht. Dadurch wurden Bereiche geschlossen, die nicht für den regulären Fahrgastfluss benötigt werden und zuvor anderweitig - zum Beispiel zum Dealen mit Drogen - genutzt wurden. Sitzbänke sollen außerdem versetzt oder entfernt werden. Eine verbesserte Beleuchtung soll sich ebenfalls positiv auf das Sicherheitsgefühl auswirken.
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