Chronik | Wien 05.12.2011

Akute Rattenplage im Stadtpark

Blitzaktion - Waste Watcher sollen Füttern der Tiere verhindern.

Das abendliche Joggingvergnügen im Stadtpark ist für Fritz G. aus der Wiener Innenstadt längst keines mehr. Grund dafür ist nicht etwa die schweißtreibende Anstrengung bei spätsommerlich hohen Temperaturen, Grund ist die herrschende Rattenplage in der vermutlich schönsten Parkanlage Wiens.

"Die Viecher laufen kreuz und quer über die Wege, grad' dass sie keine Männchen machen und um Futter betteln", berichtet der Chef einer Werbeagentur. Seine Angst: "Der Stadtpark ist ja ein Aushängeschild für Touristen. Man muss da etwas unternehmen, bevor die Tiere auch noch den Johann Strauß (den Plastikersatz des derzeit in Sanierung stehenden Denkmals, Anm.) anknabbern."

Der Betreiber des Würstelstandes an der Ecke Stubenring bestätigt bei einem nächtlichen KURIER-Lokalaugenschein die Plage: "Seit einem Monat etwa sind die Viecher wie verrückt."
Tags darauf im hellen Sonnenschein sind die Nager weg. Die Blumenverkäuferin aber weiß: "In der Früh waren sie noch da. Und ein paar tote Tiere auch."

Die Gärtnerin des Stadtgartenamtes bestätigt: "Ich hab heute allein 10 tote Ratten weggeräumt." Eine mögliche Ursache für die neue Rattenplage, so meint ein Parkbesucher, könne der Abbruch des im Stadtpark gelegenen Kindergartens sein. Der stand schon länger leer und diente den Nagern als Behausung.

Vogelfutter

Die Quälgeister werden durch Vogelfutter angelockt.
© Bild: APA

Stadtgartendirektor Rainer Weigram glaubt an andere Ursachen: "Falsche Tierfreunde, die im Park säckeweise Vogelfutter oder Brot verstreuen. Das Problem ist seit drei Wochen echt akut geworden." Mit mehreren Aktionen will man nun der Plage ein Ende bereiten: Eine Lagebesprechung am Mittwoch beim Anziehungspunkt der Ratten Ecke Stubenring-Weiskirchnerstraße soll Klarheit bringen. Der beauftragte Schädlingsbekämpfer, der etwa alle 10 Tage Rattenköder ausgelegt hat, wird Mehrarbeit bekommen, die Stadtgärtner werden die Bodendecker (niedriges Gebüsch) hinter den Verkaufsständen entfernen und die Waste Watcher werden im Stadtpark Razzien durchfühen: Bei Verstößen gegen das Fütterungsverbot soll rigoros gestraft werden. Schließlich stellen Ratten auch ein Gesundheitsrisiko dar.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011