Aktionstag: Flagge zeigen für die Flüchtlinge

100.000 forderten in der Wiener City lautstark eine menschenwürdige Asylpolitik.

Nach der Demo spielten die "Toten Hosen" auf. Im Bild: Sänger Campino     Solidaritäts-Demo für Flüchtlinge am Samstag in Wien. Beim Parlament gab es eine Schlusskundgebung.

Riesige Porträtfotos von Flüchtlingen waren wie ein Teppich auf große Teile der Mariahilfer Straße geklebt worden. Auf diesem Boden zogen am Samstag rund 20.000 Menschen durch Wien um für mehr Menschlichkeit für Flüchtlinge zu demonstrieren. Am Abend sollten es noch um 80.000 mehr werden, denn der Marsch war  erst der Startschuss für einen Tag, der ganz im Zeichen der aktuellen humanitären Krise stand.

Am Nachmittag gegen 13.30 Uhr versammelten sich die Ersten am Christian-Broda-Platz. Der Treffpunkt nahe dem Westbahnhof war schon von Beginn an gut mit Demo-Teilnehmern gefüllt. „Der Bahnhof hier steht für mich für die ganze Hilfsbereitschaft, die es in Wien gibt. Ich finde es sehr  passend, dass wir uns gerade hier treffen“, freute sich Herbert, ein älterer Demonstrant. Überhaupt scheint das Thema Flüchtlinge alle Altersgruppen und Schichten zu beschäftigen – von Familien mit Babys bis zu Pensionisten war die Demonstration eine bunte Mischung verschiedenster Schichten.

Trotz dieser Vielfalt war man sich in einer Sache einig: Die aktuelle Situation kann nicht so bleiben, die Politik muss etwas ändern. Eine Woche vor der Wien-Wahl gingen die  Demonstranten hart  mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ins Gericht. Das Emblem des blauen Bürgermeister-Kandidaten war auf vielen Schildern durchgestrichen. „Blau ist peinlich“ schallte es immer wieder durch die Mariahilfer Straße. Außer den lauten Rufen blieb aber alles friedlich.

„Es gibt keine Probleme, keine Gegendemos und alles läuft sehr ruhig ab“, erklärte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Seitens der Exekutive waren rund 400 Beamte im Einsatz, die den Zug absicherten.

"Voices for Refugees" am Heldenplatz

Am Abend musste die Polizei noch mehr Beamte bereitstellen. Nach der Schlusskundgebung vor dem Parlament kamen bei dem Konzert „Voices for Refugees“ Zigtausende Besucher auf den Heldenplatz. Dort nahmen dann auch Politik und Prominenz laut zur aktuellen Flüchtlingskrise Stellung. Schauspieler Harald Krassnitzer setzte den anti-blauen Reigen fort: „Eure Zeit hat am 8. Mai 1945 geendet!“

Kritische Worte gab es aber auch für die regierenden Parteien. Das Volk sei unzufrieden und deshalb wählt man blau. Um 20 Uhr hielt ein sichtlich bewegter Bundespräsident Heinz Fischer seine Rede auf der Bühne: „Ich bin stolz auf euch! Ich bin stolz auf Österreich! Unser Land hat international in den letzten Wochen als Vorbild gewirkt.“

Starker Moment: Eine Schweigeminute für alle ums Leben gekommenen Flüchtlinge. Ganz laut dagegen traten die musikalischen Größen von Zucchero über Konstantin Wecker bis zu den Toten Hosen auf.

Bilder vom Konzert am Heldenplatz:

Krönender Abschluss beim Solidaritätskonzert "Voices for Refugees" am Wiener Heldenplatz am Samstag Abend. Auch Conchita Wurst war bei Solidaritätskonzert "Voices for Refugees" dabei. Das Konzert versammelte rund 15 heimische und internationale Künstler.

  Unter anderen mit den Toten Hosen, Conchita Wurst, Bilderbuch, Zucchero (Bild), Konstantin Wecker und Kreisky. Das Kabarett-Team Maschek machte den Anfang. "Bilderbuch" "Ein gerechtere Welt ist möglich", sagte Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger in seiner Eröffnungsrede. "Massenelend hat schon einmal zum Faschismus geführt, das werden wir zu verhindern wissen", sagte Fenninger unter donnerndem Applaus.

  Franz Adrian Wenzl performte mit seiner Musikgruppe Kreisky. Thomas Schneider von "Tagträumer". Zuvor gab es eine Demonstration mit Kundgebung beim Parlament.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?