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Chronik Wien
03/01/2021

Ärger über strengere Kontrollen bei Wiener Corona-Teststraßen

Wegen der Eintrittstestungen müssen E-Card und Lichtbildausweis kontrolliert werden, heißt es aus dem Büro Hacker.

von Andreas Puschautz

Offiziell musste man beim Besuch einer der mittlerweile sieben Wiener Corona-Teststraßen auf Nachfrage immer schon E-Card und Lichtbildausweis vorweisen können.

Lange Zeit wurde das nicht sonderlich konsequent bis gar nicht exekutiert, doch diese Praxis hat sich deutlich geändert. So deutlich, dass die strengen Kontrollen mittlerweile für Unmut in den sozialen Medien sorgen.

Weggeschickt

Am Sonntag beklagte etwa Autorin Stefanie Sargnagel auf Twitter, ohne Ausweis nicht in die Stadthalle eingelassen worden zu sein. Auf Nachfrage habe der Security angegeben, bis etwa 15 Uhr schon um die 200 Menschen wegen mangelnder Dokumente abgewiesen zu haben. 

Für die Künstlerin unverständlich: "Was hat es für einen Sinn die Leute ungetestet wegzuschicken? Das ist ja nicht nur deren Problem?"

Bereits Ende vergangener Woche waren zudem Berichte aufgetaucht, dass selbst E-Cards mit Foto in der Stadthalle nicht zur Identifikation ausreichen würden und die Testwilligen, die keinen zusätzlichen Lichtbildausweis vorweisen konnten, wieder nach Hause geschickt wurden.

Notwendig

Aus dem Büro von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hieß es Montagmittag auf KURIER-Nachfrage, es gebe gar keine andere Möglichkeit, als die Identitätsnachweise zu überprüfen. "Wir müssen strenger kontrollieren, weil es auch um Eintrittstestungen geht", sagte ein Hacker-Sprecher. Um gültige Zertifikate ausstellen zu können, müsse sichergestellt werden, dass sie auch auf die richtige Person ausgestellt werden.

Die Beschwerden hinsichtlich der Zurückweisung von Personen, die E-Cards mit Foto, aber keinen zusätzlichen Ausweis vorweisen konnten, werde man sich hingegen "anschauen", denn: "Eigentlich müsste die E-Card mit Foto reichen."

Mehr als 40.000 tägliche Tests

Dessen ungeachtet laufen die Testungen in Wien weiter auf Hochtouren. Inklusive Teststraßen, Schnupfen-Checkboxen, und behördlich angeordneter Tests führe die Stadt derzeit täglich knapp 41.000 Abstriche durch, hieß es aus dem Büro Hackers weiter.

Die Kapazitäten sind damit jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Diese liegen aktuell bei rund 400.000 Tests in der Woche, davon 316.000 in den sieben Teststraßen.

Test-Hotspot Schönbrunn

An die Spitze der Beliebtheitsskala hat sich übrigens die Teststraße Schönbrunn gesetzt: Sie liegt mit einer Auslastung von 77 Prozent für den Drive-in und 64 Prozent für den Walk-in deutlich in Front. Auf den Plätzen folgen die Teststraßen auf der Donauinsel und im Austria Center mit einer Auslastung von 50 bis 60 Prozent.

Insgesamt waren die Wiener Teststraßen am Montag zu rund 40 Prozent ausgebucht. Sollte die Kapazität eines Tages doch nicht ausreichen, gibt es aber noch weiter Luft nach oben: Rund 100.000 zusätzliche Tests könnte die Stadt nur durch den Ausbau der bereits bestehenden Teststraßen managen.

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