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Chronik | Wien
11/06/2012

Abschied von Panda Fu Hu

Für Panda-Bub Fu Hu war Dienstag ein ganz normaler Tag, anders als für seine Fans in Wien.

20 Kilogramm Bambus, fünf Kilogramm Süßkartoffeln, Karotten und Paprika und viel Wasser – das ist Fu Hus Proviant für den langen Weg nach China. Dienstagabend ging die rund 20-stündige Reise des zweijährigen Panda-Buben los. Während Fu Hu seinen letzte Tag in Wien routinemäßig mit Essen und Schlafen verbrachte, war es für die Besucher im Tiergarten alles andere als ein ganz normaler Tag. Vor allem den Kindern fiel der Abschied schwer. Der zweijährige Nils schaute ganz traurig, als er erfuhr, dass der Panda den Tiergarten verlässt. Auch die siebenjährige Katarina und ihr elfjähriger Bruder Dimitrij wollten nicht so recht Abschied nehmen. „Er ist so süß. Ich hätte ihn gerne morgen wieder besucht. Ich bin ganz traurig, dass er weggeht“, sagt die Erstklässlerin. Wehmütig ist auch der Hobby-Fotograf Josef Gelernter, der den kleinen Bären seit seiner Geburt regelmäßig ablichtet. „Ein bisschen Abschiedsschmerz ist schon da. Wenn man regelmäßig hierher kommt und das Tier aufwachsen sieht, wächst es einem schon ans Herz.“

Der natürliche Lauf

Seit fast vier Monaten wurde der mittlerweile 50 Kilogramm schwere Bär in speziellen Übungseinheiten an seine Transport-Holzkiste gewöhnt. „Jetzt fühlt er sich sehr wohl darin. Er geht sogar von alleine hinein“, erzählt Panda-Kuratorin Eveline Dungl. Dienstagabend hat sich der Panda-Bub zum letzten Mal im Tiergarten Schönbrunn in seine Kiste schlafen gelegt und wurde so mit dem Lkw nach Amsterdam gebracht. Heute Nachmittag wird er nach Chengdu, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sezuan, fliegen. Von
dort geht es schließlich – erneut per Lkw – in seine neue Heimat, die Panda-Forschungsstation in Bifengxia. Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergartens, Tierarzt Thomas Voracek und Eveline Dungl werden Fu Hu auf seiner Reise begleiten.

Ebenso seine vertraute Pflegerin Renate Haider, die die ersten zwei Wochen in der Panda-Forschungsstation an seiner Seite bleiben wird. „Es ist wichtig, dass er in der ersten Eingewöhnungsphase an sein neues Zuhause ein vertrautes Gesicht sieht“, sagt die Pflegerin. Wehmütig ist sie angesichts der Abreise ihres Schützlings schon, betont aber: „Ich sehe es nicht als Abschied, sondern als gemeinsame Reise. Der Panda-Bub startet einen Neubeginn. Das ist der natürliche Lauf der Dinge.“