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Juwelier A.E. Köchert: Wo der Kunde immer noch Kaiser ist

Seit mehr als 200 Jahren verbindet A. E. Köchert kaiserliche Tradition mit handwerklicher Exzellenz und begleitet seine Kundschaft von der Taufe bis zum Nachlass.
Ein Goldschmied bearbeitet mit einer Feile einen Ring auf einem Werktisch.

27 Diamantsterne, die flexibel als Collier, Diadem oder Anhänger getragen werden konnten, wurden einst vom Kammer- und Hofjuwelier Alexander Emanuel Köchert angefertigt. Am bekanntesten sind die Sterne wohl allerdings als Haarschmuck – verewigt wurden sie immerhin in dem berühmten Sisi-Porträt von Franz Xaver Winterhalter.

Einige der Sterne gelten heute als verschollen, das Handwerk dahinter gibt es aber immer noch: In sechster Generation wird A. E. Köchert heute von Christoph, Florian und Wolfgang Köchert geführt. Was ist das Erfolgsrezept?

„Wir sind Juweliere fürs Leben“, sagt Christoph Köchert. Von Taufe über Ehe bis zum Nachlass begleite die Juwelierfamilie Menschen durch alle Lebenslagen. „Dabei ist es egal, ob ein kleiner Schutzengel für eine Taufe erstanden wird oder ein Verlobungsring designt – wir sind immer mit Begeisterung dabei“, so der Juwelier.

Verlässlichkeit als Markenzeichen

„Es ist eine Branche der Handschlagqualität“, ergänzt Wolfgang Köchert. Was vereinbart wurde, wird eingehalten – vom Kunden bis zum Lieferanten. Jene Verlässlichkeit sei Markenzeichen der Köcherts – und das seit 1814.

Auch nach über 200 Jahren gibt es inmitten von Fast-Fashion und Massenproduktion große Anerkennung für handwerklich angefertigten Schmuck: „Gerade die jüngere Generation ist sehr erpicht auf das Handwerk“, erzählt Wolfgang Köchert. Kunden würden viele Fragen zur Nachhaltigkeit und zur künstlerischen Herstellung stellen und Interesse zeigen, woher das Material stammt.

Drei Männer in Anzügen lächeln in einem eleganten Innenraum.

Wolfgang, Florian und Christoph Köchert leiten das Traditionsunternehmen heute.

Historisches Schmuckensemble mit Diadem, Halscollier und zwei langen Ohrringen auf dunklem Hintergrund.

Teile des verschollenen Schmucks der Habsburger.

Ein Goldschmied bearbeitet mit einer Feile einen Ring auf einem Werktisch.

Im ersten Stock des Geschäfts in der Wiener Innenstadt wird heute noch gearbeitet.

Ein offenes, dunkelbraunes Etui mit weißem Innenfutter präsentiert auf schwarzem Samt zahlreiche kleine, sternförmige Schmuckstücke.

Die berühmten Sterne,  die einst auch Sisi trug, als Replika.

„Es ist für jemanden maßgeschneidert, man bekommt viel mehr als ein Produkt“, ergänzt Christoph Köchert. Durch Social Media werde das Handwerk zudem sichtbar gemacht: „Wir können so zeigen, wie der Schmuck hergestellt wird, das kommt bei Menschen an.“

Die historische Verbindung zu Sisi und den Habsburgern ist übrigens auch in der Gegenwart noch relevant. Schmuck, wie etwa der „Florentiner Diamant“, der nach dem Ende der Monarchie als verschollen galt, ist nach über 100 Jahren 2025 in Kanada aufgetaucht. Zur Verifizierung der Echtheit des Schatzes war die Expertise der Köcherts gefragt: „Das war das Highlight meines bisherigen Juwelierlebens“, sagt Christoph Köchert über die Reise nach Nordamerika.

Die Monarchie gehört heute zwar der Vergangenheit an, „die Kundschaft ist bei uns aber immer noch Kaiser und König“, sagt Wolfgang Köchert. Die Türen von A. E. Köchert stehen allen offen: „Man soll bei uns keine Schwellenangst haben.“

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