© APA/GEORG HOCHMUTH

Wien
02/11/2016

82-Jährige überführte in Wien "Neffentrick-Betrüger"

Der 40-Jährige wurde festgenommen, sein Komplize ist noch flüchtig.

Eine rüstige 82-Jährige hat Anfang Februar in Wien-Alsergrund zwei mutmaßliche Trickbetrüger überführt. Die Frau durchschaute den "Neffentrick" nicht zum ersten Mal, bereits 2012 führte ihre Aussage zur Festnahme einer weiteren Trickbetrügerin, berichtete die Polizei am Donnerstag. Ein 40-Jähriger wurde nun festgenommen, sein Komplize ist noch flüchtig.

Die 82-Jährige spielte mit

Am 3. Februar rief ein Mann kurz vor 11.00 Uhr die 82-Jährige an und gab sich als ihr Neffe aus. Er behauptete, dringend 5.000 Euro für die Anzahlung einer Wohnung zu benötigen. Die Pensionistin stieg zum Schein darauf ein und vereinbarte an ihrer Wohnadresse in der Viriotgasse die Geldübergabe an einen Boten des vermeintlichen Neffen, ehe sie umgehend die Polizei verständigte. "Die Beamten legten sich auf die Lauer", sagte Polizeisprecher Christoph Pölzl. Bereits wenige Minuten später erschien der 40-Jährige bei der Wohnung der Frau und verlangte das Geld. Er wurde noch an Ort und Stelle festgenommen.

Der Täter ist geständig

Untergekommen war der Ungar in einem Hotel in Margareten. In seinem Hotelzimmer fanden die Beamten dann einen Ausweis seines 43 Jahre alten Komplizen, der sich telefonisch als vermeintlicher Neffe ausgegeben hatte. Nach ihm wird noch gefahndet. Der 40-Jährige zeigte sich in seiner Einvernahme geständig. Er gab an, nur für den Zweck, das Geld zu übernehmen, nach Wien gekommen zu sein. Der 43-Jährige hätte ihm 500 Euro dafür versprochen und gemeint, er dürfe jedoch keine Fragen stellen.

Die 82-Jährige gab an, dass ihr der Neffentrick bereits von einem Betrugsfall aus dem Jahr 2012 bekannt sei, den sie auch damals sofort durchschaut hatte. Genau am Valentinstag vor vier Jahren, am 14. Februar 2012, hatte sich eine Polin als Nichte der Frau ausgegeben und telefonisch 45.000 Euro für eine Eigentumswohnung gefordert. Die damals 39-Jährige Frau wurde festgenommen.

Tipps der Polizei

Die Polizei riet in diesem Zusammenhang dazu, in solchen Fällen umgehend Anzeige zu erstatten. Weitere Tipps der Exekutive:

 - Brechen Sie Telefonate, bei denen von Ihnen Geldaushilfen gefordert wird sofort ab. - Kontaktieren Sie den vermeintlichen Verwandten, indem Sie ihn unter jener Telefonnummer zurückrufen, die Sie sonst auch verwenden. - Bestehen Sie auf ein persönliches Treffen und geben Sie sich nicht mit einer Vertretung zufrieden. - Lassen Sie in ihr Haus oder ihre Wohnung niemanden, den Sie nicht kennen. - Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage oder verwenden Sie die Türsicherungskette/-bügel. - Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen. - Notieren Sie sich - sofern möglich - Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges. 
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.