Bei dieser Festnahme am Wiener Praterstern setzte sich der Verdächtige körperlich zur Wehr

© APA/HANS KLAUS TECHT

Wiener Hotspots
06/06/2016

Verschärfung: 48 Dealer seither in U-Haft

Die Polizisten sind am Limit, ihr Einsatz gegen Drogenhändler zeigt aber Wirkung.

von Birgit Seiser

Nach den verstärkten Kontrollen an den Drogen-Hotspots am Wiener Praterstern, dem Gürtel und dem Handelskai verzeichnete am Montag die Polizei bereits 152 Festnahmen. Am 1. Juni kam dann auch noch die Verschärfung des Suchtmittel-Gesetzes hinzu. In nicht einmal einer Woche verhängte die Justiz über 48 verdächtige Straßendealer die U-Haft.

Dass diese Aktion scharf für die Polizei alles andere als einfach durchzuführen ist, zeigte sich beim Lokalaugenschein am Praterstern.

Schwierige Festnahme

Als vier Beamte einen jungen Afghanen festhielten, wehrte sich der Mann vehement. Er trat auf einen Kameramann ein, der die Amtshandlung mitfilmte. Als die Polizisten ihn abführen wollten, beschimpfte er sie wüst und setzte sich auch körperlich zur Wehr.

"Unsere Einsatzkräfte machen im Moment 40 bis 50 Überstunden. Das ist noch kein Problem, aber es ist belastend", erklärt der Stadtpolizeikommandant der Leopoldstadt, Karlheinz Zeiler.

Ob diese Belastung für die Polizisten bald ein Ende hat, ist aber fraglich. "Wir werden am 15. Juni eine erste interne Bilanz ziehen und dann sehen, wie es weitergeht", ergänzt Zeiler.

Dass die Situation sich aber schlagartig bessert, glaubt er nicht: "Es war für uns zu erwarten, dass jetzt weniger Dealer hier sind. Natürlich wussten sie auch, dass wir verstärkt kontrollieren."

Dass die Dealer in andere kriminell e "Branchen" wechseln, glauben die Verantwortlich übrigens nicht. So lange es Abnehmer gäbe, würden auch die Dealer bleiben.

Szene formt sich neu

Laut der Einschätzung des Polizisten, werde sich die Szene neu organisieren und einfach andere Möglichkeiten suchen, die Ware an den Mann zu bringen. "Es wird neue Strategien geben. Im Moment wird beobachtet, dass sich einige der Dealer in die Bezirke jenseits der Donau zurückziehen. Dann muss man eben dort ansetzen", erklärt Zeiler.

Zumindest die 48 Festgenommenen, die sich jetzt in U-Haft befinden, sind für die Polizei erst einmal kein Problem mehr. Wie sich die Lage an den Wiener Hotspots verändern wird, bleibt aber vorerst offen.

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