Chronik | Wien
11.09.2018

3.600 Hunde-Attacken endeten 2017 im Krankenhaus

Knapp 17 Prozent der durch Hundebisse Verletzten sind 0-14 Jahre alt, also Kleinkinder und Kinder.

Ein einjähriger Bub ist am Montagabend in Wien-Donaustadt von einem Hund gebissen worden. Das Baby befindet sich seither in Lebensgefahr und wird auf der Intensivstation behandelt, berichtete eine Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes ( KAV) am Dienstag (mehr dazu hier). Ein trauriger Zwischenfall. Und längst nicht der einzige. 

3.600 Vorfälle, die im Spital endeten

Im Jahr 2017 mussten in Österreich rund 3.600 Personen nach einem Hundebiss im Krankenhaus nachbehandelt werden. Knapp 17 Prozent der durch Hundebisse Verletzten sind 0-14 Jahre alt, also Kinder. Die Hälfte der Unfallopfer sind zwischen 25 und 64 Jahre alt. Und 22 Prozent der 3.600 Menschen sind älter als 65 Jahre. Die Zahlen stammen vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, aus der Freizeit-Unfallstatistik. 

In Wien müssen Hunde in der Öffentlichkeit entweder an der Leine geführt werden oder einen Maulkorb tragen. Sogenannte Listenhunde, zum Beispiel Rottweiler oder Bullterrier, dürfen bis zur Absolvierung des Hundeführscheins außerhalb des privaten Bereichs nur mit einem Maulkorb geführt werden.

In größeren Menschenansammlungen, in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln muss bei allen Hunden immer beides eingesetzt werden. Deswegen sei es "wichtig, das Tier schon früh an den Beißkorb zu gewöhnen", erläuterte Katja Wolf, Pressesprecherin des österreichischen Kynologenverbands, gegenüber der APA. "Es ist auch sehr wichtig, mit dem Tier in die Hundeschule zu gehen. Wenn ich etwa weiß, dass mein Hund Probleme mit Kindern hat, kann ich Schulen oder Kindergärten meiden", erklärte Wolf. Wenn man Leine und Maulkorb zusammen benutzt, sei man jedenfalls auf der sicheren Seite.

"Ein Kleinkind ist höchst schützenswert"

Hundehalter haben dafür zu sorgen, dass Kinder keine Angst vor ihrem Tier haben müssen, sagte Wolf. "Ein Kleinkind ist höchst schützenswert." Für einen Hund seien die Bewegungen von spielenden oder hüpfenden Kinder extrem spannend. "Wenn ich als Besitzer so was sehe, nehme ich den Hund extra fest an die Leine." Wolf appellierte an alle Hundesitzer, das Tier nicht aus den Augen zu lassen.

Falls Kind und Vierbeiner aufeinandertreffen, empfiehlt sie Ruhe zu bewahren. "Auf einen fremden Hund solle man nie zu laufen. Kinder müssen auch lernen, dass manche Hunde einfach nicht gestreichelt werden wollen."

Wird man dennoch von einem Hund attackiert, rät Wolf auf jeden Fall ruhig zu bleiben und einen Gegenstand zwischen sich und das Tier zu bringen, etwa einen Regenschirm. Weglaufen sollte man nicht, das würde den natürlichen Jagdinstinkt eines Hundes wecken. Ebenso empfehle es sich nicht ein Kind hochzuheben, da die Bewegung den Vierbeiner zusätzlich reizen könne. Das Beste sei, Passanten oder den Hundebesitzer um Hilfe zu bitten.

Passantin wollte helfen

Der kleine Bub von Montagabend war mit seinen Großeltern unterwegs, die beiden spazierten laut Polizei mit ihrem Enkel die Ziegelhofstraße entlang. Dabei schaukelten sie das Baby in ihrer Mitte an den Armen immer wieder spielerisch in die Höhe. Die drei begegneten einer 48-jährigen Frau mit einem angeleinten Hund. Plötzlich riss sich der Hund los und packte das Kleinkind am Kopf.

Eine Zeugin schlug dem Hund mehrmals auf die Schnauze, um den Einjährigen zu befreien. Erst die Hundehalterin brachte das Tier dazu, von dem Buben abzulassen.