Chronik
26.04.2018

Wie im Krimi: Schüsse auf Kottan-Regisseur

Patzak und Zenker sind aktuell in einen echten Kriminalfall verwickelt

„Wenn’s nicht tatsächlich dramatisch und gefährlich gewesen wäre, könnte man über diese Story ja schmunzeln: Die Kottan-Macher Patzak und Zenker als Opfer von Heckenschützen – und das am 1. April.“

Mit dieser Aussage bringt der Wiener Peter Patzak, der als Regisseur der Krimi-Parodie-Serie „Kottan ermittelt“ bekannt wurde, die ungewöhnliche Geschichte eigentlich schon auf den Punkt: Zwei Berufsschüler haben am fraglichen Tag mit einem Luftdruckgewehr samt Zielfernrohr auf der A2 bei Klagenfurt bewusst auf vorbeifahrende Autos geschossen. Getroffen wurde – wie jetzt erwiesen ist – jener Pkw, in dem Patzak und der Kunstschaffende Jan Zenker saßen, sowie mindestens zwei weitere Fahrzeuge. Zwei Verletzte haben sich gemeldet.

„Wir sind am 1. April in meinem Pkw von Wien aus zu einer Arbeitsbesprechung nach Oberitalien gefahren, Jan Zenker (der Sohn des ursprünglichen Kottan-Autors Helmut Zenker schrieb das Drehbuch für den Kinofilm „Kottan ermittelt - Rien ne va plus“ aus dem Jahr 2012, Anm.) saß am Steuer“, erzählt Patzak. Kurz vor Klagenfurt hätte es plötzlich einen Aufschlag in Gesichtshöhe des Fahrers gegeben.

„Die Autobahn war leer, Steinschlag also auszuschließen. Ich dachte sofort an einen Schuss. Wenn der durch die Scheibe gegangen wäre, hätte er Jan direkt im Gesicht getroffen. Dann habe ich mich erinnert, dass Helmut Zenker einen Kottan mit dem Titel ,Schussgefahr’ geschrieben hat und dachte: Das wäre ja absurd, wenn jemand gerade am 1. April auf uns Kottan-Leute schießt“, erzählt Patzak.

Ähnlicher Vorfall

Das Duo blieb unverletzt, ließ sich von einem Fachmann absegnen, dass die Weiterfahrt mit dem Pkw möglich sei und wollte am nächsten Tag den Schaden reparieren lassen. Aus den Nachrichten erfuhren die beiden allerdings, dass ein vergleichbarer Vorfall zur selben Zeit am Ostersonntag nahe der Ortschaft Thon bei Klagenfurt zur Anzeige gebracht wurde.

Zwei Teenager

Ein 18 Jahre alter Steirer und sein 15-jähriger Begleiter aus Klagenfurt haben laut Polizei von einem Waldweg aus mit einem Luftdruckgewehr Schießübungen veranstaltet und dabei auf der daneben verlaufenden Autobahn die Heckscheibe eines Pkw-Lenkers aus Völkermarkt getroffen, der von Klagenfurt Richtung Wien unterwegs war. Die Cobra durchforstete mit Suchhunden und Hubschrauberunterstützung die Wälder und fand die zwei mutmaßlichen Täter. Sie wurden vorübergehend festgenommen, bei sich hatten sie neben dem Luftdruckgewehr eine Gasdruckpistole, ein Messer und diverse Drogen. „Als wir von diesem Vorfall erfuhren, war klar, dass wir Opfer dieser Heckenschützen wurden, und haben unseren Fall bei der Polizeistation Grafenstein angezeigt“, berichtet Patzak.

Mit Zielfernrohr

Am Mittwoch dieser Woche hat ein Sachverständiger der Polizei den Schaden auf der Windschutzscheibe des Patzak-Pkw begutachtet – und als Einschuss identifiziert.

„Mindestens drei Fahrzeuge wurden damals getroffen, mindestens zwei Insassen verletzt. Das sichergestellte Luftdruckgewehr war mit einem Zielfernrohr ausgestattet“, sagt Polizeisprecherin Waltraud Dullnigg. Es gebe weitere Ermittlungen, denn es sei nicht auszuschließen, dass weitere Opfer existieren würden. Die beiden Verdächtigen wurden wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt.