Chronik | Welt
05.04.2018

"Zombie-Waschbären" schockieren Einwohner von US-Kleinstadt

In Youngstown im Bundesstaat Ohio wurden Waschbären mit grusligen Verhaltensweisen beobachtet.

In der einstigen Industriestadt Youngstown im US-Bundestaat Ohio kommt es derzeit zu ungewöhnlichen Beobachtungen in der örtlichen Waschbär-Population: Vergangene Woche berichtete ein Einwohner von einem Waschbären, der zähnefletschend auf zwei Beinen vor seinem Haus stand und keine Angst vor Menschen zeigte. Mehrmals sei das Tier in eine Art komatösen Zustand gefallen, nur um nach kurzer Zeit wieder zu erwachen und das Schauspiel zu wiederholen, sagte Youngstown-Einwohner Robert Coggeshall einem Lokalen TV-Sender.

Nicht nur Coggeshall, in den vergangenen Wochen berichteten laut Behörden 14 weitere Einwohner in und um Youngstown von ähnlichen Begegnungen mit "Zombie-Waschbären", wie das Phänomen in den Medien mittlerweile genannt wird. Für Verwunderung sorgte auch die Tatsache, dass die eigentlich nachtaktiven Waschbären untertags gesichtet wurden und sich auch nicht durch die üblichen Abschreckungsmaßnahmen wie Lärm vertreiben ließen. In allen Fällen mussten die Tiere eingeschläfert werden.

Laut dem Umweltamt der Regierung von Ohio handelt es sich bei dem ungewöhnlichen Verhalten der Waschbären um die Folgen der Virusinfektion Staupe, auch als Carrésche Krankheit bekannt, die unter anderem auch Hunde, Katzen, Marder, Füchse oder Dachse befallen kann. Die Krankheit löst Fieber, Appetitlosigkeit sowie Apathie aus und führt bei Waschbären meist zum Tod. Auch das Nervensystem kann mit dem Fortschreiten der Infektion stark in Mitleidenschaft gezogen werden, was das Verhalten der Waschbären in Ohio erklären würde.

Auch Österreich betroffen

Staupe ist auch in Europa weit verbreitet. In Österreich werden Hunde mittels Impfungen gegen Staupe routinemäßig immunisiert, wobei Jagd- und Herdenschutzhunde vom Erreger besonders gefährdet sind. In den vergangenen Jahren ist laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vor allem bei heimischen Rotfüchsen ein Anstieg der Infektionen zu beobachten gewesen. Auch bei Hunden kommt es noch vereinzelt zu Erkrankungen. Laut AGES erhöht der vermehrte Welpenhandel mit osteuropäischen Staaten das Risiko der Einschleppung der Krankheit, vor allem beim illegalen Import ungeimpfter Welpen.

Dieses ältere Video zeigt einen Waschbären, dessen Symptome auf eine Stauper-Infektion hinweisen: