Chronik | Welt
22.06.2016

Fescher Matheprofessor ist eifriger Samenspender

Ari Nagel macht es nicht anonym. Er hat 22 Kinder und macht weiter. Jetzt halt ohne Ehefrau.

Ari Nagel ist derzeit ein gefragter Mann. 100 Frauen wollen ein Baby von ihm. Mit oder ohne Sex. Und seine ungewöhnliche Geschichte geht gerade um die Welt.

Der 41-jährige Mathematikprofessor an einem College in Brooklyn sieht sehr gut aus, ist 1,87 m groß und spendet über die Internetplattform "Known Donor Registry" sein Sperma. Nagel betreibt das nicht anonym, sondern als eine Art Hobby oder Lebensaufgabe. Seit acht Jahren. 22 Kinder hat er bereits, ein 23. ist auf dem Weg.

"Ich freue mich, wenn ich sehe, wie glücklich die Mütter über ihre Kinder sind", sagte er in einem Interview der New York Post – und beendete damit seine Ehe. Seine Frau Roxanne, mit der er drei Kinder zwischen drei und 18 Jahren hat, will erst aus der Zeitung erfahren haben, wie umfangreich Nagels Familie ist. Sie hat ihn aus der Wohnung geworfen. Nagel behauptet, dass sie alles wusste, "es aber nicht unterstützte. Wir lebten in einer Zweckgemeinschaft."

Fünf Mütter, denen er mit seiner Samenspende zu Babys verholfen hatte, haben ihn bereits erfolgreich auf Unterhalt verklagt. Nagel nimmt das offenbar gelassen: "Ich weiß nicht, was mich mehr überrascht. Dass mich nur fünf Frauen geklagt haben oder 17 es nicht getan haben?" Der Samenspender, dem es egal ist, ob er seine Spende übergibt oder mit der Empfängerin schläft, will weitermachen und erfährt von anderen, glücklichen Müttern auch Unterstützung. Ein lesbisches Paar, dem er zu einem vierjährigen Sohn verholfen hat, lobt Ari Nagel in den höchsten Tönen. "Ari ist ein lustiger Typ. Er ist gerne mit Menschen zusammen, sehr offen, und er sieht verdammt gut aus."

Kontakt mit Kindern

Ari Nagel hat mit den meisten seiner Kinder Kontakt, einige sieht er jede Woche, andere einmal im Monat und manche nur einmal im Jahr. Etwa das Kind einer in Tel Aviv lebenden Israelin.

Um Sex sei es ihm eigentlich nie gegangen, sagt Nagel. Dafür seien Verkupplungsseiten wie Tinder zuständig. Auch nicht um Geld. "Meine Kinder sind meine Millionen." Er spendet weiter.